Elterngeld Plus vs. Basiselterngeld: Aktuelle Zahlen und Nutzung im Vergleich 2026

Das Elterngeld gehört zu den wichtigsten staatlichen Familienleistungen in Deutschland. Eltern können dabei grundsätzlich zwischen Basiselterngeld und Elterngeld Plus wählen oder beide Varianten miteinander kombinieren. Während das Basiselterngeld vor allem auf eine längere Auszeit vom Beruf ausgerichtet ist, soll Elterngeld Plus eine bessere Kombination von Kinderbetreuung und Teilzeitarbeit ermöglichen.

Die aktuellen Zahlen zeigen 2026 einen klaren Trend: Elterngeld Plus wird immer häufiger genutzt. Nach den neuesten verfügbaren Jahresdaten für 2025 erreichte sein Anteil einen neuen Höchststand. Destatis

Elterngeld 2025 in Zahlen

Im Jahr 2025 erhielten rund 1,61 Millionen Frauen und Männer Elterngeld. Davon waren etwa 1,19 Millionen Frauen und 417.000 Männer. Gegenüber 2024 ging die Zahl der Beziehenden um rund 62.000 beziehungsweise 3,7 Prozent zurück. Destatis

Kennzahl 2025
Elterngeldbeziehende insgesamt ca. 1,61 Mio.
Frauen ca. 1,19 Mio.
Männer ca. 417.000
Väteranteil 25,9 %
Beziehende mit geplantem Elterngeld Plus ca. 648.000
Anteil Elterngeld Plus insgesamt 40,3 %
Anteil Elterngeld Plus bei Müttern 45,2 %
Anteil Elterngeld Plus bei Vätern 26,1 %

Besonders auffällig ist die Entwicklung beim Elterngeld Plus: 40,3 Prozent aller Elterngeldbeziehenden planten 2025 zumindest teilweise Elterngeld Plus ein. 2024 waren es noch 36,7 Prozent. Destatis

Damit hat Elterngeld Plus einen neuen Höchststand erreicht.

Basiselterngeld und Elterngeld Plus: Was ist der Unterschied?

Das Basiselterngeld ersetzt grundsätzlich einen Teil des wegfallenden Einkommens nach der Geburt. Bei vollständigem Einkommensausfall beträgt es normalerweise 65 Prozent des maßgeblichen Nettoeinkommens vor der Geburt. Berücksichtigt werden dabei höchstens 2.770 Euro vorgeburtliches Netto-Einkommen. Der Höchstbetrag liegt deshalb bei 1.800 Euro Basiselterngeld pro Monat. Familienportal

Das Basiselterngeld kann grundsätzlich für bis zu zwölf Monate bezogen werden. Durch zusätzliche Partnermonate sind insgesamt bis zu 14 Monate möglich, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.

Elterngeld Plus funktioniert dagegen anders: Die monatliche Leistung ist grundsätzlich niedriger, dafür kann sie über einen längeren Zeitraum bezogen werden. Ohne Einkommen nach der Geburt entspricht Elterngeld Plus maximal der Hälfte des entsprechenden Basiselterngeldes und kann dafür doppelt so lange bezogen werden. Familienportal

Vergleich in der Übersicht

Merkmal Basiselterngeld Elterngeld Plus
Monatliche Leistung höher meist niedriger
Bezugsdauer kürzer länger
Geeignet für längere berufliche Auszeit Teilzeit und längere Bezugsdauer
Kombination möglich ja ja
Teilzeit während Bezug möglich besonders interessant
Partnerschaftsbonus nein ja

Entscheidend ist deshalb nicht nur die monatliche Auszahlung. Vielmehr kommt es darauf an, wie lange die Eltern zu Hause bleiben und ob sie währenddessen wieder arbeiten möchten.

Elterngeld Plus wird immer beliebter

Die Entwicklung seit der Einführung ist bemerkenswert. 2016, also im ersten vollständigen Jahr nach Einführung des Elterngeld Plus, planten lediglich 20,1 Prozent der Mütter und 8,2 Prozent der Väter diese Variante ein.

2025 lagen die entsprechenden Werte bereits bei 45,2 Prozent der Mütter und 26,1 Prozent der Väter. Destatis

Damit hat sich der Anteil bei den Müttern innerhalb weniger Jahre mehr als verdoppelt. Auch bei den Vätern ist die Nutzung deutlich gestiegen.

Eine mögliche Erklärung ist die zunehmende Bedeutung von Teilzeitmodellen nach der Geburt. Elterngeld Plus kann insbesondere dann interessant sein, wenn Eltern ihre Arbeitszeit reduzieren und gleichzeitig weiterhin Elterngeld beziehen möchten.

Warum Teilzeitarbeit Elterngeld Plus interessant macht

Ein verbreitetes Missverständnis besteht darin, dass Elterngeld Plus immer einfach „die Hälfte des Basiselterngeldes“ sei. Das stimmt nicht in jedem Fall.

Entscheidend ist, ob nach der Geburt Einkommen erzielt wird. Wer beispielsweise in Teilzeit arbeitet, kann unter bestimmten Voraussetzungen mit Elterngeld Plus monatlich einen Betrag erhalten, der dem Basiselterngeld bei gleichzeitiger Erwerbstätigkeit entsprechen kann. Dafür verlängert sich der mögliche Bezugszeitraum. Familienportal

Dadurch kann Elterngeld Plus für Eltern interessant sein, die nicht komplett aus dem Berufsleben aussteigen möchten.

Partnerschaftsbonus: Noch vergleichsweise selten

Zum Elterngeld Plus gehört auch der sogenannte Partnerschaftsbonus. Arbeiten beide Elternteile gleichzeitig in einem bestimmten Teilzeitumfang, können zusätzliche Monate Elterngeld Plus möglich sein.

Die aktuellen Zahlen zeigen allerdings, dass dieses Instrument wesentlich seltener genutzt wird als Elterngeld Plus insgesamt. 2025 planten lediglich 8,3 Prozent der Elterngeld-Plus-Beziehenden auch den Partnerschaftsbonus ein. Destatis

Das zeigt, dass Elterngeld Plus längst nicht ausschließlich über ein klassisches Modell mit zwei gleichzeitig in Teilzeit arbeitenden Eltern genutzt wird.

Frauen nutzen Elterngeld Plus häufiger als Männer

Auch 2025 bestanden deutliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern. Insgesamt planten 45,2 Prozent der Mütter, die Elterngeld bezogen, Elterngeld Plus ein. Bei den Vätern waren es 26,1 Prozent. Destatis

Gleichzeitig bleibt der zeitliche Umfang des Elterngeldbezugs sehr unterschiedlich. Frauen planten 2025 durchschnittlich 14,9 Monate Elterngeldbezug, während Männer auf durchschnittlich 3,8 Monate kamen. Destatis

Der Väteranteil unter allen Elterngeldbeziehenden lag 2025 bei 25,9 Prozent und damit nahezu auf dem Niveau von 2024. Destatis

Elterngeld Plus im 4. Quartal 2025

Auch die Quartalsdaten bestätigen den langfristigen Trend. Im vierten Quartal 2025 wurden insgesamt 846.498 Leistungsbezüge gezählt.

Bei den Frauen planten 50,7 Prozent Elterngeld Plus ein. Bei den Männern lag der Anteil bei 33,1 Prozent. Damit war Elterngeld Plus im vierten Quartal bei beiden Geschlechtern deutlich verbreiteter als im langjährigen Vergleich der ersten Jahre nach Einführung. Destatis

Zwischen den Bundesländern gibt es allerdings Unterschiede. Bei den Frauen reichte der Anteil im vierten Quartal 2025 beispielsweise von 34,1 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern bis 56,8 Prozent in Rheinland-Pfalz. Destatis

Basiselterngeld oder Elterngeld Plus: Was ist 2026 sinnvoller?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Basiselterngeld ist vor allem interessant, wenn ein Elternteil nach der Geburt für eine längere Zeit vollständig oder weitgehend aus dem Beruf aussteigt.

Elterngeld Plus kann dagegen Vorteile bieten, wenn beispielsweise:

  • nach der Geburt relativ schnell wieder in Teilzeit gearbeitet werden soll,
  • die Eltern die staatliche Leistung über einen längeren Zeitraum verteilen möchten,
  • beide Eltern ihre Arbeitszeit reduzieren,
  • Familie und Beruf schrittweise miteinander verbunden werden sollen,
  • der Übergang zurück in den Beruf länger dauern soll.

Auch eine Kombination aus Basiselterngeld und Elterngeld Plus ist möglich. Dadurch lässt sich die Bezugsdauer stärker an die persönliche Lebens- und Arbeitssituation anpassen.

Fazit: Elterngeld Plus erreicht 2026 einen neuen Höchststand

Die aktuellen Zahlen sprechen eine klare Sprache: Elterngeld Plus gewinnt in Deutschland weiter an Bedeutung. 2025 planten rund 648.000 Elterngeldbeziehende die Nutzung dieser Variante. Der Anteil von 40,3 Prozent war der höchste seit Einführung des Modells. Destatis

Gleichzeitig bleibt das Basiselterngeld für Eltern wichtig, die nach der Geburt zunächst vollständig auf Erwerbsarbeit verzichten möchten. Elterngeld Plus ist dagegen besonders interessant, wenn eine längere finanzielle Unterstützung mit einer schrittweisen Rückkehr in den Beruf kombiniert werden soll.

Wer 2026 vor der Entscheidung steht, sollte deshalb nicht allein die monatliche Auszahlung vergleichen. Entscheidend sind Bezugsdauer, geplante Arbeitszeit, Einkommen nach der Geburt und die gewünschte Aufteilung zwischen den Eltern.

Quellen und weiterführende Informationen

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