Durchschnittliches Elterngeld in Deutschland: So viel bekommen Mütter und Väter 2026

Wie hoch ist das durchschnittliche Elterngeld in Deutschland? Diese Frage ist für viele werdende Eltern besonders interessant, denn die tatsächliche Höhe der staatlichen Familienleistung hängt vom Einkommen vor und nach der Geburt ab. Gleichzeitig zeigen die aktuellen Statistiken deutliche Unterschiede zwischen Müttern und Vätern.

Für 2026 sind insbesondere die neuesten Daten des Statistischen Bundesamtes relevant. Danach erhielten im Jahr 2025 insgesamt rund 1,61 Millionen Frauen und Männer Elterngeld. Davon waren rund 1,19 Millionen Frauen und knapp 417.000 Männer. Die durchschnittliche Höhe des Elterngeldanspruchs lag bei zuvor erwerbstätigen Müttern bei rund 1.029 Euro monatlich und bei zuvor erwerbstätigen Vätern bei rund 1.383 Euro.

Durchschnittliches Elterngeld 2026 im Überblick

Die aktuell verfügbaren Zahlen beziehen sich auf die Elterngeldbezüge des Jahres 2025 und bilden damit den wichtigsten statistischen Vergleich für 2026.

Kennzahl Frauen Männer
Elterngeldbeziehende 2025 ca. 1,19 Mio. ca. 417.000
Durchschnittlicher monatlicher Anspruch bei vorheriger Erwerbstätigkeit 1.029 € 1.383 €
Durchschnittliche geplante Bezugsdauer 2025 14,9 Monate 3,8 Monate
Anteil an allen Elterngeldbeziehenden ca. 74,1 % 25,9 %

Die Einkommensunterschiede vor der Geburt spielen eine wichtige Rolle für die Höhe des Elterngeldes. Männer erzielten vor der Geburt im Durchschnitt häufiger ein höheres Erwerbseinkommen und erhalten deshalb auch durchschnittlich einen höheren Elterngeldbetrag.

Mütter erhalten durchschnittlich rund 1.029 Euro

Bei Frauen, die vor der Geburt erwerbstätig waren, lag der durchschnittliche monatliche Elterngeldanspruch 2025 bei 1.029 Euro.

Dieser Wert ist allerdings nicht mit dem gesetzlichen Durchschnitt aller Elterngeldbeziehenden gleichzusetzen. In der Statistik werden unter anderem Personen mit und ohne vorheriges Erwerbseinkommen erfasst. Für den Vergleich der durchschnittlichen Anspruchshöhe nach Geschlecht wird deshalb insbesondere auf zuvor erwerbstätige Personen abgestellt.

Die tatsächliche Auszahlung kann zudem deutlich höher oder niedriger ausfallen. Entscheidend sind unter anderem das Einkommen vor der Geburt, das Einkommen während des Elterngeldbezugs und die gewählte Leistungsart.

Väter bekommen im Durchschnitt 1.383 Euro

Bei zuvor erwerbstätigen Vätern lag der durchschnittliche monatliche Elterngeldanspruch 2025 bei 1.383 Euro. Damit lag der Durchschnitt bei Männern rund 354 Euro über dem entsprechenden Wert der Frauen.

Der Unterschied beträgt damit gut 34 Prozent. Ein wesentlicher Grund dafür ist die unterschiedliche Einkommenssituation vor der Geburt. Die Elterngeldstatistik zeigt somit auch Auswirkungen der bestehenden Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen.

Dabei bedeutet der höhere Durchschnittswert nicht, dass Väter grundsätzlich mehr Elterngeld erhalten. Das Elterngeld orientiert sich am individuellen Einkommen und an den gesetzlichen Berechnungsregeln.

Wie viel Elterngeld kann man maximal bekommen?

Für 2026 gelten weiterhin die gesetzlichen Grundgrenzen. Beim Basiselterngeld sind grundsätzlich zwischen 300 und 1.800 Euro monatlich möglich.

Beim ElterngeldPlus liegt der Betrag zwischen 150 und 900 Euro monatlich. ElterngeldPlus kann dafür über einen längeren Zeitraum bezogen werden.

Leistungsart Mindestbetrag Höchstbetrag
Basiselterngeld 300 € 1.800 €
ElterngeldPlus 150 € 900 €

Der Höchstbetrag beim Basiselterngeld ergibt sich daraus, dass für die Berechnung höchstens 2.770 Euro des maßgeblichen Einkommens vor der Geburt berücksichtigt werden. Bei vollständigem Wegfall des Einkommens werden grundsätzlich bis zu 65 Prozent dieses Betrages ersetzt.

Warum erhalten Mütter durchschnittlich weniger als Väter?

Der Unterschied von 1.029 zu 1.383 Euro ist vor allem mit den unterschiedlichen Erwerbs- und Einkommenssituationen vor der Geburt zu erklären.

Darüber hinaus unterbrechen oder reduzieren Frauen ihre Erwerbstätigkeit nach der Geburt im Durchschnitt deutlich länger. Für 2025 wurde bei Frauen eine geplante durchschnittliche Elterngeldbezugsdauer von 14,9 Monaten ermittelt. Bei Männern waren es dagegen nur 3,8 Monate.

Diese Zahlen zeigen, dass Elterngeld in Deutschland weiterhin überwiegend von Müttern über einen längeren Zeitraum genutzt wird.

Wie viele Menschen bekommen Elterngeld?

Im Jahr 2025 bezogen insgesamt 1.609.151 Personen Elterngeld. Davon waren 1.192.188 Frauen und 416.963 Männer.

Damit entfielen rund drei Viertel der Elterngeldbezüge auf Frauen. Der sogenannte Väteranteil lag bei 25,9 Prozent. Gegenüber 2024 blieb dieser Wert nahezu unverändert.

Gleichzeitig ist die Zahl der Elterngeldbeziehenden insgesamt rückläufig. 2025 lag sie rund 3,7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Als ein wesentlicher Grund wird die rückläufige Zahl der Geburten in den vergangenen Jahren genannt.

Basiselterngeld oder ElterngeldPlus?

Für die durchschnittliche Auszahlung ist außerdem entscheidend, welche Variante gewählt wird.

Das Basiselterngeld beträgt bis zu 1.800 Euro monatlich und wird grundsätzlich über einen kürzeren Zeitraum gezahlt. ElterngeldPlus kann dagegen bis zu doppelt so lange bezogen werden, wobei der monatliche Betrag entsprechend niedriger ausfallen kann.

Besonders interessant ist ElterngeldPlus für Eltern, die nach der Geburt in Teilzeit arbeiten möchten. In bestimmten Fällen kann das ElterngeldPlus trotz Teilzeiteinkommen genauso hoch ausfallen wie das entsprechende Basiselterngeld mit Einkommen.

Die Nutzung dieser Variante nimmt deutlich zu. 2025 planten insgesamt rund 648.000 Personen zumindest teilweise ElterngeldPlus ein. Das entsprach 40,3 Prozent aller Elterngeldbeziehenden und war ein neuer Höchststand. Bei Frauen lag der Anteil bei 45,2 Prozent, bei Männern bei 26,1 Prozent.

Das Elterngeld hängt vom Einkommen ab

Der durchschnittliche Betrag von 1.029 beziehungsweise 1.383 Euro sollte nicht als pauschaler Auszahlungsbetrag verstanden werden.

Grundsätzlich beträgt das Basiselterngeld bei einem vollständigen Einkommensausfall normalerweise 65 Prozent des maßgeblichen Elterngeld-Nettoeinkommens. Bei niedrigerem Einkommen kann die Ersatzrate höher liegen. Der Mindestbetrag beträgt 300 Euro.

Außerdem wird nicht einfach das Netto aus der Gehaltsabrechnung übernommen. Die Elterngeldstelle ermittelt ein eigenes sogenanntes Elterngeld-Netto auf Grundlage des maßgeblichen Bruttoeinkommens, von dem pauschale Abzüge für Steuern und Sozialabgaben vorgenommen werden.

Deshalb kann der individuell berechnete Elterngeldbetrag vom Ergebnis einer einfachen Prozentrechnung mit dem tatsächlichen Gehalts-Netto abweichen.

Beispiel: Wie hoch könnte das Elterngeld sein?

Angenommen, ein Elternteil hatte vor der Geburt ein maßgebliches Elterngeld-Netto von 2.000 Euro monatlich und erzielt nach der Geburt kein Einkommen.

Bei einer Ersatzrate von 65 Prozent ergibt sich rechnerisch:

2.000 Euro × 65 Prozent = 1.300 Euro Basiselterngeld

Bei ElterngeldPlus würde sich bei vollständigem Einkommenswegfall grundsätzlich der entsprechende halbierte Betrag ergeben:

1.300 Euro ÷ 2 = 650 Euro ElterngeldPlus

Dafür kann ElterngeldPlus doppelt so lange bezogen werden. Die konkrete Gestaltung hängt allerdings von der individuellen Situation und der gewählten Aufteilung der Lebensmonate ab.

Väter nehmen weiterhin deutlich kürzer Elterngeld

Die Statistik für 2025 zeigt neben der unterschiedlichen Höhe vor allem einen großen Unterschied bei der Bezugsdauer.

Väter planten durchschnittlich 3,8 Monate Elterngeldbezug, während Mütter auf 14,9 Monate kamen.

Interessant ist dabei, dass die meisten Männer weiterhin ausschließlich Basiselterngeld beziehen. 2025 traf dies auf 73,9 Prozent der männlichen Elterngeldbeziehenden zu. Bei Frauen lag der Anteil bei 54,8 Prozent.

Fazit: Durchschnittliches Elterngeld liegt bei Müttern und Vätern deutlich auseinander

Die aktuellen Zahlen für 2026 zeigen anhand der neuesten verfügbaren Statistik für 2025 einen deutlichen Unterschied zwischen Frauen und Männern.

Zuvor erwerbstätige Mütter erhielten durchschnittlich rund 1.029 Euro Elterngeld pro Monat, zuvor erwerbstätige Väter rund 1.383 Euro. Gleichzeitig beziehen Frauen die Leistung mit durchschnittlich 14,9 Monaten wesentlich länger als Männer mit 3,8 Monaten.

Die durchschnittlichen Werte sind jedoch nur eine Orientierung. Der individuelle Elterngeldbetrag hängt insbesondere vom maßgeblichen Einkommen vor der Geburt, dem Einkommen während des Bezugs, der gewählten Leistungsart und weiteren persönlichen Faktoren ab.

Für Familien ist deshalb nicht allein die Frage entscheidend, wie hoch das durchschnittliche Elterngeld in Deutschland ist. Viel wichtiger ist die individuelle Planung: Wie lange soll die Elternzeit dauern, wann soll die Rückkehr in den Beruf erfolgen und soll während des Elterngeldbezugs in Teilzeit gearbeitet werden?

Quellen und weiterführende Informationen

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