Kinder spielen (fast) ständig. Jede Aufzugfahrt, jeder Frühstücksbrötchenbiss und jeder Pfützenhüpfer – alles wird zum Spiel. Und das ist ja auch gut so.
Es macht ihnen Spaß und bereitet die Kleinen auf das Leben vor.
Wie, auf das Leben vor?
Warum das denn?
Na, weil mir auf Anhieb mindestens zehn Spiele einfallen, die wir Erwachsenen spielen und das (fast) jeden Tag. Wir Große mit den ordentlichen Blusen und den geputzten Schuhen spielen alle mit und kennen die Regeln.
Und das, ohne sie je wirklich gelernt zu haben.

Erwachsenenspiele

Kein Blödsinn!”

Erwachsenenspiele, die jeder kennt. Eine Top-Ten-Liste

1. Fremde Federn tragen

Jeder kennt diesen einen Kollegen, nennen wir ihn Herrn Federvieh. Er ist eigentlich sehr nett und man kann prima mit ihm plaudern. Aber schon wenn man ihm das erste Mal von einer Idee erzählt, mit der man sich gerade beschäftigt, verliert man das Spiel.
Am nächsten Tag berichtet einem nämlich der Chef ganz begeistert, woran der Herr Federvieh seit neuestem arbeitet.

2. Ich seh’ Dich nicht, also siehst Du mich nicht

Freitagnachmittag. Völlig abgerockt drehst Du die letzte Runde im Supermarkt. Du hast im Süßwarengang einen Beutezug hingelegt, der nach Zuckerschock für Deine Liebsten und nach Vernachlässigung Deines Kindes aussieht. Ausgerechnet da entdeckst Du am Horizont Camilla, die gefürchtetste Klatschtante der Nachbarschaft. Puh. Zeit, eine Runde „Ich seh Dich nicht“ zu spielen. Lautstark in das ausgeschaltete Handy sprechend, ziehst Du also an ihr vorüber, den Blick straff gegen das Zuckerzeugregal gerichtet. Gewonnen!

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So erkennt Euch niemand!

3. Ich sag’s Dir im Vertrauen, Du darfst es aber keinem erzählen

Du hast erfahren, dass Brigitte, der nur so mittel motivierten Büroquasselstrippe, gekündigt wurde. Diese Information ist natürlich streng vertraulich. Du freust Dich aber unbändig darüber, dass die olle Else endlich die Quittung für ihre Arbeitsverweigerung erhalten hat. Und du weißt: Deine vertraute Tischnachbarin Inge würde sich über diese News auch freuen. Und da geteilte Freude nun mal doppelte Freude ist, erzählst Du Inge im größten Vertrauen davon.
Inge wiederum möchte ihre Freude nun auch mit nur einer einzigen Person teilen. Und tut dies auch. So verbreitet sich die Brigittekündigungsnews in Windeseile durch alle Flure. Als wir klein waren, nannten wir das Spiel „Stille Post“. Heute ist es ein sehr beliebtes Erwachsenenspiel.

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4. Toter Mann

Sonntagmorgen. Du hast in Deinem gemütlichen Federbett gerade die  Augen geöffnet. Da hörst Du sie – Trippelschrittchen! Kinder im Anmarsch! Nun wirst Du wieder einmal den verzweifelten Versuch unternehmen, Dich schlafend zu stellen. Vielleicht ziehen sie ja dieses Mal wirklich einfach vorbei, wenn im Elternschlafzimmer nichts los ist…

5. Der Letzte holt Neues

Es gibt ein ungeschriebenes Gesetz in Sachen Bürokaffee, Wasser, Klopapier. Wer den Vorrat leert, holt für alle anderen Nachschub. Auf dieser Grundlage erfanden Erwachsene ein wundervolles Gesellschaftsspiel: Wie lasse ich einen nicht ausreichenden, aber dennoch erkennbaren Rest für die Allgemeinheit übrig, der mich von der Nachschubpflicht befreit? Wer noch nie einem einzelnen, quer über die alte Papprolle verteilten Blatt Toilettenpapier begegnet ist,  darf die nächste Runde beginnen.

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Nachschub!

6. Betrügen, damit das Kind gewinnt

Viele Kinder und unerfreulich viele Erwachsene tun sich schwer damit, zu verlieren. Um peinliche Ausraster zu verhindern, haben Eltern und Großeltern schon alle Register gezogen, um das Kind gewinnen zu lassen. Ich selbst habe ein paar wirklich unwürdige Tricks mit Würfeln und Karten erfunden, die garantieren, dass ich im Notfall verliere. Die verrate ich aber hier noch nicht, denn bei so einem weit verbreiteten Erwachsenenspiel schreibe ich lieber irgendwann ein Buch darüber und werde damit reich.

7. Wer gewinnt die Vorstellungsrunde

Bei einem Meeting mit externen Dienstleistern oder Partnern muss man in der Vorstellungsrunde möglichst alle privaten und beruflichen Errungenschaften platzieren. Wer es schafft, den längsten Redebeitrag zu liefern, gewinnt.

8. Unser Kind kann

Ein in Elternkreisen extrem beliebtes Erwachsenenspiel. Je nach ihren rhetorischen Fähigkeiten, streuen Eltern die besonderen Entwicklungsmerkmale ihres Kindes möglichst unaufdringlich in Gespräche ein. Ein paar Beispiele: „Es ist schon eine Belastung mit der Hochbegabung, mehr als vier Instrumente gleichzeitig lernen schafft man halt rein zeitlich nicht“ oder „Auch wenn Peter häufig mit einem Eimer über dem Kopf herum läuft, rechnet er schon fast so gut wie ich“. Und dann wäre da noch der Klassiker: „Durchschlafen? Machen wir schon lange. Da habt ihr ja echt noch zu leiden, ihr Armen.“

9. Mein Mann kann

Das Spielprinzip ist ähnlich wie oben, nur die Inhalte sind naturgemäß anders.
Beispiele: „Mein Mann macht grundsätzlich alles selbst, der dreht sogar mit einem Gewindeschneider die Schrauben manuell“ oder „Finanziell können wir uns ja nicht beklagen. Das Summa Cum Laude meines Mannes zahlt sich halt aus“. Auch immer gern genommen: „Er hat nur seinen Sport im Kopf. Klar, das sieht man auch, ich will nicht klagen.“

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Sehr lustig!

10. Ich will ja nichts sagen, aber…

… ist wahrscheinlich das beliebteste Erwachsenenspiel überhaupt. Was auch immer man Abschätziges oder Negatives über eine andere Person, deren Lebenswandel, Erziehung oder Aussehen sagen will, wird von und mit diesem Satz eingeleitet.

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