Vor kurzem bin ich auf der Wolkeninsel im bliblablauen Ozean gelandet. Nein – die Sandra dreht nicht durch, sondern ich bin auf der Suche nach einer neuen Hörspiel CD auf den Piratenjungen Pipo gestoßen, der mit seinen fünf Freunden Abenteuer auf der Wolkeninsel erlebt. Da ich mehr über die Idee erfahren wollte, habe ich mich mit den Machern Andrés Balhorn und Marion Bressler in Verbindung gesetzt und einige Fragen gestellt.

Ich bin mal ganz ehrlich, Kinderhörspiele und Lieder können ein absolutes Folterinstrument für Eltern sein. Und ich spreche aus Erfahrung mit meinen beiden Jungs. Es gibt unfassbar viel Müll und wenige Perlen. Warum seid ihr eine Perle?

Andrés: Die Idee der Wolkeninsel ist ein Wechsel aus Geschichten und dazu passenden Liedern. Jede Geschichte hat einen Bezug zu dem jeweiligen Lied und man kommt immer schnell in die Geschichte rein. Es ist gibt keinen riesiger Spannungsaufbau, sondern eine kleine in sich abgeschlossene Einheit. Auch die Lieder haben keine Erwachsenenstruktur, sondern sind ganz einfach gehalten, aber modern arrangiert und produziert.

Marion: Oh ja, das kenne ich zu gut (lacht). Das hat wohl jede Mutter durchgemacht, oder macht es durch. Es ist Zeit das zu ändern. Meine Kids sind mittlerweile aus dem Haus, aber irgendwann werde ich bestimmt Oma und da hätte ich gerne Ohrwürmer die herzlich willkommen sind. Die Lieder der Wolkeninsel gehen auf eine angenehme Art ins Ohr, keine nervigen Sounds oder Stimmen. Quasi ein angenehmer Ohrwurm.

Pipo der Piratenjunge hat fünf Freunde, könnt ihr uns die mal vorstellen?

Andrés: Gerne, sein bester Freund ist der immer lustige Affe Aki, der sehr viel lacht. Die Schlange Silly ist sehr alt und man kann sie viel fragen, weil sie sehr viel weiß. Der kleine Löwe Levi ist ein wenig schüchtern und auch ängstlich. Puki ist ein frecher Papagei, der immer eine Sturzfluglandung hinlegt, wenn er etwas gefunden hat, wie z. Bsp. Eine Flaschenpost. Das sieht immer ganz lustig aus, aber es passiert ihm dabei nichts. Dolly ist eine Delfindame, die im Bliblablauen Ozeanorchester singt. Auch wenn sie spricht, klingt es eher nach singen. In den weiteren Folgen kommt noch Käpt´n Knickeknacke, zwei Piraten, namens Muffelbart und Zweiauge dazu und auch der Großifant und viele andere Charaktere.

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Meint ihr eure netten, pädagogisch wertvollen Figuren können gegen die Plastikwelle von zum Beispiel Anna und Elsa gewinnen? Oder sucht ihr die reine Nische?

Andrés: Die Idee Kinderlieder zu schreiben ist nicht aus kommerziellen Gründen entstanden. Die Geschichten in Verbindung mit Liedern haben ein großes Potential. Wir überließen einigen Kindergärten und Familien die CD und erhielten durchweg positives Feedback. Ich denke, dass wir mit unserer „Hörical-Reihe“ auch Kinderherzen berühren können.

Marion: Meine Kids sind schon 20 & 23 Jahre, deshalb ging die Anna und Elsa Welle an uns
vorbei. Ich weiß natürlich wer das ist und was sie in den Kinderzimmern ausgelöst haben.
Eine Welle an wertvollen Dingen ist gut – Plastik lassen wir mal außen vor. Ich denke, dass
wir eine Nische gefunden haben, ohne sie zu suchen.

Wer kauft eure CDs? Wisst ihr das? Bisher ist das eher ein Geheimtipp, oder?

Andrés: Da ich bereits einen Fachbuchbestseller (POWERVOICE – die Red.) schreiben durfte, aber keinen neuen Verlagsvertrag unterschreiben möchte, pushen wir die Wolkeninsel mit eigenen Mitteln und einer Anschubfinanzierung von Freunden, die an den Erfolg glauben. Das dauert dann etwas länger bis sich größere Verkaufszahlen einspielen, aber es lässt uns die volle Kontrolle über unser „Baby“. Mittlerweile gibt es ja auch schon Folge 2 und eine Weihnachts-CD mit 10 Liedern und zu allen, insgesamt bereit 30 Liedern auch jeweilige Karaoke Versionen zum Selbersingen.

Marion: Mamas & Papas, Omas, Opas und Kindergärten. In viermonatigem Abstand werden neue Folgen veröffentlicht, zusätzlich wird es immer auch Karaoke-Versionen zu den Folgen geben. Für Kindergärten oder Eltern, die gerne ein Instrument spielen, stellen wir die entsprechenden Akkorde kostenlos zur Verfügung.

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Wie macht ihr Werbung? Es ist sicher nicht einfach, bekannt zu werden. Eltern ertrinken ja geradezu in neuen Figuren, Hörspielen, Büchern, Spielzeug.

Andrés: Ja, es gibt eine Flut von Angeboten und auch viele tolle Angebote. Ein ähnliches Konzept mit 10 Geschichten und immer 10 Liedern gibt es jedoch nicht und so glauben wir, dass unsere Chancen im Markt gut ist. Wir haben den großen Vorteil keine weiten Wege zu haben um Ideen umzusetzen, denn alle beteiligten Sprecher, Sänger, Produzenten sind eng mit uns verbunden und gehören zu unseren Freunden.

Andrés gibt Pipo seine Stimme

Marion: Wir konzentrieren uns momentan auf das Marketing via Instagram, Facebook und unsere Homepage. In Kürze werden wir auch mit Influencern zusammenarbeiten. Auf unserem YouTube Kanal, auf dem zu den Liedern die entsprechenden Choreos für die Kleinen gezeigt werden, um die Feinmotorik, Koordination, Rhythmusgefühl zu schulen. Wir arbeiten hier mit einer Ballettschule zusammen, die
Choreografien zu den Liedern erstellen.

Wenn ihr nicht gerade Kinderhörspiele entwickelt und aufnehmt – was macht ihr dann?

Andrés: Als Autor und Komponist bin ich recht erfolgreich mein Lehrbuch POWERVOICE ist bereits in der 14. Auflage erhältlich. Seit 1987 bilde ich zertifizierte SängerInnen und Vocal Coaches aus. Des Weiteren geben wir Workshops und Kurse in vielen Ländern. Zudem komponieren, schreiben, arrangieren und produzieren wir Songs.

Marion: Die Wolkeninsel ist ein fester Bestandteil in meinem Alltag geworden. Ich lebe die Wolkeninsel. Bei unserer Firma POWERVOICE mache ich das Marketing, speziell via Social Media, gebe aber auch Gesangsunterricht für Kids und Jugendliche, blogge, betreue unsere Azubis und singe natürlich selbst sehr viel.

Was waren eure Helden als Kind?

Andrés: Wenn man in Argentinien geboren ist und erst mit knapp 4 Jahren nach Deutschland kommt, dann muss man sich erst an eine völlig neue Welt gewöhnen. Schon als kleines Kind hörte ich gerne The Beatles, Elvis und war begeisterter Fußballfan. So waren meine Helden eher Musiker und Fußballstars.

Marion: Oh, daran erinnere ich mich gerne zurück! Ganz klar, Benjamin Blümchen. Ich habe sogar noch die allererste Folge. Bibi Blocksberg durfte natürlich auch nicht fehlen.

Habt ihr vor lauter Musik auch noch Zeit für Spiele? Und wenn ja, was spielt ihr denn gerne?

Andrés: Wir sitzen abends/nachts oft auf dem Balkon und unterhalten uns. Dabei spielen wir oft unser Lieblingsspiel: Wunschkonzert. Abwechselnd spielen wir die Songs unserer Vergangenheit und erzählen uns Geschichten dazu. Nicht alles entspricht unser beidseitigem Musikgeschmack, aber sehr viele Songs fanden dadurch auch einen neuen Fan.

Marion: Ja, richtig unser Wunschkonzert im Märchenwald! Ich nenne unser Plätzchen hinterm Haus so, da wir umgeben sind von Wald und Grün. Da wir auch viel unterwegs sind, lassen wir uns immer Spiele einfallen, Erst vor kurzem ging es darum, bekannte deutsche Lieder 1:1 ins Englische zu übersetzen, was sehr lustig sein kann!

Marion Bressler – die Stimme von Aki, Puki, Silly und Levi

Ihr arbeitet in eurem Tonstudio sicher auch mit Kindern? Wie schafft ihr es da, die gute Laune zu behalten und nicht genervt zu sein? Ich als Mama weiß, wie schwierig es ist, mit Kindern ein Projekt „durchzuziehen“.

Andrés: In erster Linie ist es die Liebe zu dem, was wir machen. Wir leben jeden Tag unsere Berufung und es fühlt sich nicht wie arbeiten an. Wir glauben, nein wir wissen, dass die Großen und die Kleinen das spüren!
Marion: Ich glaube, dass es eine individuelle Sache ist, wann man genervt ist, jeder hat eine andere, nennen wir es „Stressschwelle“, auch Kinder. Spaß steht bei uns an erster Stelle. Wir stellen die positiven Erlebnisse in den Fokus, loben lieber statt Defizite aufzuzeigen. So sind die Kids viel motivierter und wir haben viel Spaß zusammen. Jedes Kind hat ein anderes Tempo und eine andere Auffassungsgabe. Das weiß ich von meinen beiden Kindern, die ja mittlerweile schon erwachsen sind, aber die kaum unterschiedlicher sein könnten. Zuhören ist wichtig, Vertrauen aufbauen, und keinen Druck erzeugen.

Ist es so, dass man in die Welt der Wolkeninsel eintaucht, wenn man sie im Studio einspricht, einsingt, produziert?

Andrés: Ja, mittlerweile sind Pipo, Aki, Silly und Co keine fiktiven Charaktere mehr, und nicht nur im Studio fühlen wir sie, sondern mittlerweile auch im Alltag. Manchmal unterhalten Marion und ich mich als Pipo, Aki und Co. Mittlerweile ist Folge 4 abgeschlossen und es ist ganz klar, was Aki sagen wird, wenn Pipo eine Idee hat, oder wie Silly auf die ängstlichen Fragen von Levi reagiert. Dolly, die von Ina Zurek, einer Diva aus dem klassischen Bereich gesprochen und gesungen wird, hat auch eine ganz klare Sprachmelodie, die ich beim Schreiben schon höre. Auch unsere Zeichnerin Nadja Lorenzen lebt mittlerweile „auf der Insel“.
Marion: Lach nicht, aber mir sind die Freunde nicht nur vertraut, sondern echt. Jeden Charakter, den ich spreche empfinde ich so, als wäre er real.

Ich danke beiden recht herzlich für das sehr interessante Interview. Beide haben mich nach Hamburg ins Tonstudio eingeladen… Na, was dabei dann wohl rauskommen wird?

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