Weihnachtsbräuche in Europa

Ich oute mich, ich bin absoluter Weihnachtsfan. Es kann nicht kitschig genug sein und natürlich sind Adventskranz, Weihnachtsbaum &Co für mich ein absolutes Muss. Natürlich gibt es auch Traditionen, die ich mit meinen Kindern pflege. Das gemeinsame, dafür völlig unperfektionistische, Plätzchen backen.

Nach dem Backen sind Kinder und Küche von einem Hauch von Schnee bedeckt. 🙂

Den Weihnachtsbaum erst am 24.12. aufstellen und gemeinsam schmücken, abends in die Kirche gehen und vieles mehr. Prinzessin Nr. 1 fragte mich nun vor ein paar Tagen, ob denn das Christkind und der Weihnachtsmann (bei uns ein starkes Team) auch wirklich zu allen Kindern kommt, denn ihre Freunde feiern gar nicht alle am 24.12. Weihnachten. Eine gute Frage, die ich leider kaum beantworten konnte. Siehe da, dank dem Internet nun um einiges schlauer, sind die Weihnachtsbräuche schon allein in unseren Nachbarländern doch sehr unterschiedlich.

Klar kann er. Er beeilt sich halt ganz wahnsinnig und ist lange unterwegs

Weihnachten in Italien

In Italien pflegt man nicht so sehr den Brauch einen Weihnachtsbaum aufzustellen, stattdessen wird größten Wert auf schöne Krippen gelegt. Am 24.12. beim „Pranzo della vigilia“ gibt es kein Fleisch und nur kleine Geschenke, die (wie bei unserem Wichteln) verlost werden. Sie werden blind aus der “Urne des Schicksals” gezogen. Das Christkind kommt erst am 25.12. mit Geschenken. Ähnlich wie der deutsche Nikolaus bringt in der Nacht zum Dreikönigstag die Hexe Befana auch noch einmal Geschenke. Für die ungezogenen Kinder hat Befana aber nur Kohlen übrig. Der Weihnachtsmann (Babbo Natale) ist in Italien nicht so bekannt, gewinnt aber ständig an Bedeutung.

Weihnachtsbeleuchtung in Como, Italien

Weihnachten in Polen

Etwas ähnlich ist es auch im katholischen Polen, hier heißt das vegetarische Festmahl am 24.12. „Wigilia“ und beinhaltet ganze 12 Gerichte. Ebenso wird in Polen großer Wert auf die Krippe gelegt, aber man stellt auch einen Weihnachtsbaum auf. Die ersten Weihnachtsbäume in polnischen Familien gab es im 19. Jahrhundert, zumeist in Städten mit vielen Deutschen. Da in Polen Jesu Geburt noch im Vordergrund steht, ist Weihnachten dort nicht so materiell und amerikanisch angehaucht wie bei uns. So wird z.B. Heu unter das Tischtuch oder in die vier Ecken des Zimmers gelegt. Das soll symbolisieren, dass Jesus in einem Stall geboren wurde. Viele polnische Familien legen auch Geldmünzen unter die Teller oder die Tischdecke, um so die Familienmitglieder vor Armut zuschützen.

Gar nicht traditionell, aber beeindruckend schön. Laser Weihnachtsbeleuchtung in Warschau

Weihnachten in Skandinavien

Keine Recherche der Weihnachtsbräuche in Europa, ohne Blick nach Norden. In den nordischen Ländern (Finnland, Schweden, Norwegen, Dänemark) wird dem „Julbock“ aus Stroh ungefähr die gleiche Aufmerksamkeit beschert, wie hierzulande dem Christkind oder dem Weihnachtsmann. Er kommt nicht durch den Schornstein, wie sein amerikanischer Kollege, sondern nimmt die Tür und bringt die Geschenke. Der Ziegenbock als weihnachtliches Symbol hat seine Wurzeln in der germanischen Religion. In manchen dieser Länder wird aber auch der Julbock mehr und mehr durch den Weihnachtsmann ersetzt.

Jetzt wisst ihr endlich, was die Dinger bei IKEA an Weihnachten immer sollen! 😉

Im orthodoxen Griechenland gehen die Kinder am Heiligen Abend mit Trommeln und Glocken durch die Straßen und bekommen kleine Geldgeschenke. Die eigentliche “Bescherung” findet erst in der Silvesternacht statt. Das traditionelle Weihnachtsessen ist ein gefüllter Truthahn. Im griechischen Volksglauben kommen zu Weihnachten Kalkanzari (Kobolde) aus der Unterwelt auf die Erde und müssen 12 Nächte lang mit brennenden Weihnachtsfeuern abgewehrt werden.

In Athen findet jährlich der Santa Run statt. Richtig rennen tun sie nicht, aber schön sieht das aus, oder?