Moderatorin Vera Int-Veen erzählt von ihrer Kindheit in Meerbusch

Vera Int-Veen (50) wurde in Meerbusch geboren. Die kleine Stadt am Niederrhein ist bekannt für ihre Schützenfeste und einen romantischen Weihnachtsmarkt namens “Winterwelt”. Der Kunst-Star Joseph Beuys hat früher hier gelebt, genau wie heute Kevin Prince Boateng oder Verona Feldbusch.
Wie? Sie hätten nicht gedacht dass diese Drei mal in einem Satz auftauchen? Passt aber irgendwie in einen Artikel über Vera Int-Veen. Der Vielseitigkeit wegen.
Vera arbeitete erst als Lebensmittelverkäuferin im Geschäft ihrer Eltern, studierte dann Politik- und Rechtswissenschaften und jobbte nebenbei für SAT1.
1996 – der Talkshow-Boom um Hans Meiser und Arabella Kiesbauer war in vollem Gange – bekam sie eine eigene Talkshow bei dem Sender und wurde mit “Vera am Mittag” schließlich berühmt.
Heute moderiert sie die TV-Show “Schwiegertochter gesucht”, lebt mit ihrer Lebensgefährtin in Berlin und pfeift im Übrigen auf Glamour, Size Zero und Co. Zum Beweis hat sie 2001 das Antidiätbuch „Essen Sie doch, was Sie wollen!“ geschrieben. So wie man das als Kind der Siebziger eben machte: Heute Kekse, morgen Kakao. Und wie viele Kinder der Siebziger Jahre spielte auch die kleine Vera mit Lego-Steinen, sauste mit Freunden auf Fahrrädern durch die Gegend und interpretierte zuhause vor dem Spiegel ABBA-Songs.
Can you hear the drums, Fernando?

Was haben Sie als Kind gespielt, wenn Sie alleine waren?

Ich habe wahnsinnig gern mit Lego gebaut und gespielt. Anfang der 70er Jahre gab es ja noch nicht diese großartigen Baukästen mit Bauernhöfen, Krankenhäusern und dem ganzen Kram. Man musste sich damals mit den Steinen, die man hatte, Sachen ausdenken und dann kreativ werden und sie bauen. Ich habe mir dann noch aus dem Garten Steine, Blätter, Gräser und Blumen geholt und meine Baukünste sozusagen naturnah dekoriert.

Am heißen Draht: Die kleine Vera mit ihrem roten Lieblingstelefon.

Und was haben Sie mit anderen Kindern gespielt?

In meiner Kindheit war es noch so, dass man aus dem Haus ging und schon fünf bis zehn Kinder auf der Straße spielten. Wir sind dann stundenlang mit den Fahrrädern über die Rheinwiesen und durch die Auen gefahren, haben Wettrennen veranstaltet und am Fluss Steine übers Wasser flitschen lassen.

Erinnern Sie sich an beliebte Plätze oder Treffpunkte Ihrer Kindheit?

Wir haben uns mit unseren Skateboards immer auf dem Schulhof getroffen. Der lag gar nicht weit weg von meinem Zuhause. Auf dem Hof gab es eine tolle Rampe zum Keller runter und, an der Schräge habe ich bestimmt drei oder vier Skateboards verschlissen. Das war super, weil da nachmittags nichts los war. Erst um sieben Uhr abends ging die Volkshochschule wieder los.

Was war Ihre geheime Fantasie als Kind? Wollten Sie ein Superheld sein oder lieber ein Erwachsener mit einem tollen Job? Oder etwas ganz anderes?

Ich wollte schon immer Sängerin werden! Als riesiger ABBA-Fan wollte ich immer in einer Musikband dabei sein. Stundenlang habe ich mit einem Tennisschläger als Gitarre vor meinem Spiegel gestanden und “Fernando” oder “Dancing Queen” mitgesungen. Ich wäre heute noch am liebsten Sängerin, aber dazu fehlt mir leider echt das Talent.

Spielen sie heute noch gerne? Gibt es Spielzeug, das Sie aufgehoben haben? Oder haben Sie etwas wiedergekauft, das Sie früher besaßen? An welchen Stücken hängt Ihr Herz besonders?

Heute spiele ich leidenschaftlich gern Kartenspiele jeder Art. Canasta, Phase 10 oder Rommee. Ich pokere sogar regelmäßig mit meinen Freundinnen, einmal im Monat. Ursprünglich waren wir mal ein Kegelclub, aber irgendwie ist dann eine Pokerrunde daraus geworden. Aus meiner Kindheit habe ich noch immer zwei Monchichis. Die kleinen Fellpuppen habe ich als Kind über alles geliebt.

(Anm.d.Red.: Phase 10 ist ein Kartenspiel, das ähnlich wie Rommee funktioniert. Phase 10 ist nach UNO das zweitbestverkaufte Kartenspiel der Welt. Es wurde über 30 Millionen mal verkauft, jährlich sind es knapp drei Millionen Spiele.)