Steve Blame (59) war in den 80er und 90er Jahren eines der bekanntesten MTV-Gesichter überhaupt. Sein ironisches Dauerlächeln mit dem leicht nach oben gezogenen Mundwinkel galt als Markenzeichen. Von 1987 bis 1994 arbeitete er als Redakteur bei MTV Europe und moderierte die (damals sehr wichtigen) MTV News. Dort plauderte er mit dem Dalai Lama genauso lässig wie mit Madonna oder Paul McCartney. Eigentlich hat Steve ja Mathematik und Physik in Exeter studiert, aber auch nach MTV blieb er dem Show-Biz treu. Schrieb seine Autobiographie und machte mit bei Shows wie "Das perfekte Dinner". Heute schreibt er Drehbücher und entwickelt TV-Formate.

Im VIP-Interview für Muttispielt spricht Steve natürlich übers Spielen und seine Kindheit als Stephen James auf dem englischen Land rund um Chelmsford. Dort ließ er Hot Wheels die Einfahrt runterschießen und zog mit seinem gutmütigen Labrador Wag über die Felder. Wie es ausgeht, wenn er mit seiner heute 93-jährigen Mutter Gin Rommé spielt, könnt Ihr hier nachlesen…

Steve Blame

Dieses Buch hat Steve über seine wilden Zeiten geschrieben

Was hast Du als Kind am liebsten gespielt, wenn Du alleine zuhause warst?

Ich hatte einen Action Man, groß, stark mit Sixpack und einer Schnur im Rücken. Wenn man daran zog, redete er irgendwelche vorprogrammierten Sätze. Wow, wenn das mal in meinen Beziehungen heutzutage möglich wäre! Mein absolutes Lieblingsspielzeug aber waren die Hot Wheels von Mattel. Die Plastikrennstrecke mit dem Loop habe ich immer in unserer Einfahrt aufgebaut, die leicht abschüssig war. So konnte ich zusehen wie meine Hot Wheels losschossen und sich dann langsam in die Ferne verabschiedeten.

Was hast Du als Kind draußen mit anderen Kindern gespielt?

Wir lebten in einem sehr kleinen, englischen Dorf als ich ein Kind war. Da gab es gerade mal fünf Leute unter 18 mit einem maximalen Altersabstand von sieben Jahren. Wir fünf haben meistens auf einer Kuhweide zwischen Kühen und Kuhfladen Fußball gespielt. Ich erinnere mich, ziemlich oft mit extrem schmutzigen Hosen nach Hause gekommen zu sein.

Der kleine Steve Blame, der damals noch Stephen James hieß, zuhause in Chelmsford, England

Erinnerst Du Dich an besonders beliebte Treffpunkte?

Unsere erwähnte Fußball-Kuhweide lag in der Nähe eines Flusses. Da haben wir am Ufer Fische geangelt und sind im Sommer Schwimmen gegangen. Angeln wirkte auf mich übrigens ziemlich therapeutisch – so konnte ich stundenlang mit Freunden quatschen und gleichzeitig an der frischen Luft sein. Das gefiel mir. Manchmal haben wir dort auch in einem Zelt übernachtet, aber nachts Schwimmen gehen war leider streng verboten.
Ach ja, und mit unserem Familienhund habe ich lange Spaziergänge  über Wiesenwege und durch Wälder gemacht. Das habe ich geliebt. Ich erinnere mich noch an eine drei Monate dauernde Hitzewelle im Sommer 1976 – da war ich die ganze Zeit nur draußen! Unser Hund, ein kuschelweicher, strunzdummer aber wundervoller Labrador, hieß Wag (dt: Wedeln). Weil er seinen wedelnden Schwanz kein bisschen unter Kontrolle hatte. Zwischendurch fing Wag Kaninchen, die er dann im Maul umhertrug und nicht wieder losließ. Er wollte sie gar nicht essen, er wollte nur rumspielen. Aber einmal hat er ein Kaninchen mit seine  Zähnen so böse verwundet, dass der Bauer mir befahl dem Tierchen den hals umzudrehen. Niemals wieder!

Was war Deine geheime Fantasie als Kind?

Ich wollte nur Astronaut werden. Ich war ja zehn Jahre alt, als Neil Armstrong 1969 auf dem Mond landete. Zu meinem Geburtstag bekam ich damals ein Teleskop und bald kannteich die ganzen Stern-Konstellationen und ich wusste, wo man in der Nacht welchen Planeten sehen konnte. Überhaupt, die Idee von zuhause wegzukommen gefiel mir ziemlich gut und weiter entfernt als der Mond ging nun mal nicht, also wollte ich genau da hin. Am Ende zog es mich zwar nur nach London, aber immerhin das. Heute erinnere ich mich gerne an meine Kindheit zurück. Es sind angenehme Erinnerungen, auch wenn ich weiß, dass ich damals nicht immer ein glückliches Kind war.

Steve Blame

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Spielst Du auch heute als Erwachsener noch Spiele? Wenn ja, welche? Und gibt es Spielzeuge, die Du aus Liebe und Nostalgie bis heute aufgehoben hast?

Meine Eltern haben an den Wochenende mit Freunden manchmal Karten gezockt und um kleine Geldbeträge gespielt. Sie haben dann die ganze Nacht lang getrunken, Zigaretten geraucht und mich durch Rauchschwaden hindurch fernsehen lassen. Meine Mutter hat mir beigebracht wie man Gin Rommé spielt und mich jedes Mal vernichtend geschlagen. Noch heute gewinnt sie jedes Spiel, und sie ist immerhin schon 93!  Mein Onkel, der in einem Casino als Croupier gearbeitet hat, hat uns Kindern immer Kartentricks gezeigt, die wir nie durchschaut haben. Ich habe ihm bei diesen Tricks wahnsinnig gerne zugesehen, ich war dann richtig aufgeregt.
Aufgehoben habe aus meiner Kindheit nichts, außer einer Handvoll Fotos. Okay, ich bin der wahrscheinlich un-nostalgischste Mensch der Welt. Das glauben die Leute ja oft nicht, schon wegen meiner MTV-Vergangenheit, aber ich lebe sehr bewusst im Hier und Jetzt.

Steve Blame

Damit lassen sich Nichten und Neffen immer beeindrucken!

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