Minecraft - Mehr als nur ein Spiel

Minecraft - Mehr als nur ein Spiel

Minecraft ist ein Phänomen. Eines, an dessen Oberfläche man erst kratzen muss, um die schier unendlichen Möglichkeiten des Spiels erfassen zu können. Eines, auf dessen außergewöhnlichen Look man sich einlassen muss, um der eigenen Fantasie freien Lauf zu lassen.

Name: Minecraft   ★   Verlag: Mojang   ★   Alter: ab 6   ★   Spieler: 1 (oder online unzählige Mitspieler)   ★   Preis: 2 - 25 €

Was ist Minecraft?

Minecraft. Das ist nicht einfach nur ein Spiel. Es ist ein Phänomen. Und eine Erfolgsgeschichte, die in der Gaming-Branche ihresgleichen sucht. Nicht nur, weil das Game irrwitzig viel Geld eingespielt hat, sondern, weil es seit Jahren aus der Gaming-Landschaft nicht wegzudenken ist. Viele heute bekannte Youtuber haben ihren kometenhaften Aufstieg mit Let`s plays – also Videos in denen gespielt und erklärt wird – eben dieses Spiels geschafft.

Minecraft

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Am Anfang ist… der Würfel

Doch fangen wir da an, wo alles begann: In einer kleinen schwedischen Independent-Spieleschmiede namens Mojang. Die beiden Entwickler Markus Persson und Jakob Porsér gründeten für ihr Spielprojekt “Minecraft” das Spielestudio Mojang und bauten ein Team von insgesamt einem Dutzend Menschen auf. Nicht unriskant in der Indie-Szene, aber der Erfolg, der ihnen beschert war, basiert auf einem zu gleichen Teilen einfachen, wie genialen Spielprinzip.

“Minecrafts” Fantasy-Welt im Open-World-Stil (also einer frei erkundbaren Spieleumgebung) ist klobig. Nein, eher klotzig. Denn genau genommen besteht alles aus Würfeln. Bäume, Felsen, sogar die Spielfiguren, einfach alles, besteht aus Würfeln. Dieser stark reduzierte Look ist Garant für gleich zwei Dinge:

  1. Die Spielwelt ist mit ihrem einzigartigen Look sofort wiederzuerkennen.
  2. Die Spielwelt regt die Fantasie der Spieler an.

Minecraft

Eckige Schweine. Wunderbar 😉

Klötzchen für die eigene Fantasie

Statt eines ultrarealistischen Looks, der zwar schön anzusehen ist, aber eben wenig Interpretationsspielraum lässt, bekommen die Spieler eine imperfekte Klötzchenwelt serviert. Den Rest erledigt dann die eigene Vorstellungskraft. Genau wie es früher in den guten alten 80er-Jahren der Fall war, als man auf Konsolen wie dem NES – man erinnere sich an das erste “The Legend of Zelda” – grobe Pixel als Spielwelt serviert bekam. Im Kopf wurde daraus dann ein eigener Look zusammengewürfelt. Oder um ein “greifbareres” Beispiel zu bemühen: Wer hat sich nicht den Rest zu seinen LEGO-Klötzchenbauten hinzugedacht? Und genau das ist – zusammen mit den schier unbegrenzten Möglichkeiten des Spielprinzips von Minecraft – dann auch das Erfolgsrezept.

Eines, dass dem Unternehmen Mojang geradezu märchenhafte Umsätze bescherte. Ein Jahr nach der Gründung des Studios, machte das Indie-Studio knapp eine Viertel-Millarde US-Dollar Umsatz. Mit einem zwölf-köpfigen Team! Eine Erfolgsstory, von der seither andere Independent-Entwickler nur träumen können.

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Aber was macht man nun als Spieler in “Minecraft”?

Nun ja… Alles, wonach einem der Sinn steht. Die Spielewelt von “Minecraft” im Jahr 2018 gibt mit unzähligen Modifikationen durch andere Spieler und Aufwertungen durch die Entwickler quasi keine Grenzen mehr vor. Der am häufigsten gespielte Modus ist “Survival”. Klingt erstmal martialisch, bedeutet aber nicht viel mehr, als dass die Spielfigur überleben muss. Dazu muss sie Ressourcen sammeln, Gegenstände herstellen, Levelaufstiege schaffen, für die eigene Gesundheit sorgen. Dieser Modus hat kein vordefiniertes Ende und da man so lange man will tun kann, was man will, ist es der Kern von “Minecraft”.

Eigentlich läuft man durch eine zufällig generierte Spielewelt, oder eben eine, die man sich herunterlädt, durch die Gegend, fällt Bäume, zerhaut Steine, gräbt und sammelt. Mit einer kleinen Spitzhacke bewaffnet, lassen sich Hügel plattmachen, Gruben ausheben, Tunnel in Berge hauen und vieles vieles mehr. Dabei sammelt man Ressourcen ein, die dann wiederum zum Bau von, sagen wir mal einem Haus, benutzt werden können. Und mit der Zeit verändert sich so die Spielwelt mehr und mehr.

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Der Hardcore-Modus ist für Kinder eher nichts

Der “Hardcore-Modus” ist die Steigerung des Survival-Modus. Stirbt die Spielfigur hier ist alles futsch, was man sich bis dahin in der Spielwelt erarbeitet hat.
Und dann gibt es noch den “Creative Mode”. Er erlabt unbegrenzten Zugang zu allen Ressourcen und ist quasi der “Bau doch was du willst”-Modus.

Denn natürlich sind auch dem eigenen Haus keine Grenzen gesetzt! Wenn man Schloss Neuschwanstein nachbauen will, oder man gerne im Pentagon oder der Freiheitsstatue wohnen will: warum nicht?
Baut es euch! Ihr habt alle Freiheiten der Welt.

Hier mal ein paar beeindruckende Beispiele:

Die Community – Gemeinsam ist man stärker

Da solche Großbauten natürlich einiges an Zeit verschlingen, wurde dem Spiel ein Mehrspieler-Modus hinzugefügt und siehe da: Menschen von überall auf der Welt verabreden sich, um gemeinsam in einem Videospiel, die wichtigsten Bauten aus der “Herr der Ringe”-Trilogie nachzubauen. Oder um gemeinsam selbst erstellte Abenteuer zu bestreiten.

Im Grunde hat “Minecraft” drei Geheimzutaten: der Look, die grenzenlosen Möglichkeiten und die Community. Denn Millionen Spieler beleben die Welt von “Minecraft” mit ihren Ideen, ihren Bauten, ihren Modifikationen und ihren Geschichten, die dann wiederum von anderen Spielern nachgespielt, mitgespielt oder einfach nur bestaunt werden können.

Eines der verrücktesten Projekte ist der Nachbau eines funktionierenden Computers. Mit eigener und tatsächlicher Rechenleistung! Das ist selbst für einen Nerd wie mich, eine eindeutige Wow-Leistung. Und es zeigt, dass das Baukasten-Prinzip des Spiels wahrhaftig ohne Grenzen ist.

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Minecraft ist verfügbar für so eigentlich jedes Gerät, mit dem man spielen kann

Spielen kann man “Minecraft” heute auf so ziemlich jedem Gerät, auf dem man Spiele spielen kann:
Eine kleine Liste der Plattformen gefällig? Kein Problem:

iOS, Android, Xbox 360, Xbox One, PlayStation 3, PlayStation 4, PlayStation Vita, Windows Phone, Windows 10, Windows 10 Mobile, Wii U, Apple TV, Amazon Fire TV, Nintendo Switch, New Nintendo 3DS.

Dabei gibt es selbstverständlich Unterschiede in den Ausführungen und dem jeweiligen Umfang, aber es darf mit Fug und Recht gesagt werden, dass die Konsolen-Versionen für PlayStation 4, Xbox One und Nintendo Switch völlig in Ordnung sind und bedenkenlos gekauft werden können. Es muss nicht zwangsläufig die PC-Version besorgt werden, um die “volle Dröhnung” Minecraft abzubekommen, auch wenn hier naturgemäß die Community am aktivsten ist. Gerade für Playstation 4 ist Minecraft ein besonders gutes Kinderspiel.

Die Kreativität der anderen Spieler macht den Unterschied

Denn was dieses Spiel mit seinem Fantasy-Setting eben zu einem wunderbaren Videospiel-Baukasten macht, ist die eigene Kreativität und die der anderen Spieler. Das hat mich, um mal ganz ehrlich zu sein, bisher immer abgeschreckt. Ich spiele wenig Open-World-Spiele, weil ich mich gerne wie von einem guten Buch unterhalten lassen möchte. Das baue ich mir ja auch nicht selber zusammen. Also Story her, plus fertige Spielwelt und ich bin happy. Mir selber etwas aufbauen zu müssen und ein Langzeit-Projekt in einer Klötzchenwelt aufzubauen, klingt für mich nach einem Zeitvertreib, der für mich persönlich zur Folge hätte, dass ich andere Hobbies vernachlässigen müsste. Dennoch, reizte mich dieses Spiel immens, weil ich wissen wollte, was es wirklich damit auf sich hat. Der Grund, warum es dennoch keinen festen Platz in meiner Videospiel-Sammlung einnimmt ist schlicht und einfach: ich habe zuviele andere Spiele, die mich noch mehr beschäftigen und die ein klares Spielziel und eine vorgefertigte Welt haben.

Minecraft

Sp schön, als wäre Minecraft für LEGO erfunden worden

Ein kleines Fazit

“Minecraft” ist ein bißchen wie LEGO. Nur dass man keine Aufbau-Anleitung dazubekommt, sondern selbst entscheidet, was man aus der Welt eigentlich machen will. Und dieser beinahe philosophische Ansatz ist es auch, der das Spiel so wertvoll macht. Die Kreativität des Spielers wird angeregt, ach was sage ich… beflügelt. Mit ‘nem Raketenrucksack ausgerüstet. Meine eigene Erfahrung mit Minecraft hat mir gezeigt, dass das Spielprinzip im Schneckentempo vermittelt wird und sich nach ein paar Stunden Gameplay plötzlich in einen Düsenjet verwandelt. Getreu dem Motto “Alles ist möglich” eröffnen sich binnen weniger Stunden Spielzeit ungeahnte Möglichkeiten. Eine wahrhaft zauberhafte Packung, die Mojang da zusammengewürfelt hat, die völlig zu Recht eines der beliebtesten Spiele der letzten neun Jahre wurde und dessen Faszination, wie sein Spielprinzip noch kein Ende erahnen lässt.

Und schließlich ist “Minecraft” wegen der immensen Popularität zu einem wichtigen Teil heutiger Jugend- und Popkultur geworden.
Neben diversen Spielen, die versucht haben auf den Minecraft-Block-Zug-Look aufzuspringen, erfreut sich das Spiel eigener Story-Ableger, wie “Minecraft – Story Mode”, in dem es tatsächlich nicht ums Bauen oder Sammeln von Ressourcen, sondern um eine vorgefertigte Story zum Miterleben geht, gibt es inzwischen neben Merchandising-Produkten, mit denen man ganze Containterschiffe füllen könnte und natürlich auch Romane, die in der Klötzchen-Welt spielen.

Hier noch ein paar nützliches Links zum Thema Minecraft:

Einen sehr guten, leicht verständlichen, wenn auch sehr umfangreichen aber deutschsprachigen Guide zu Minecraft, findet ihr hier: Minecraft Guide Teil 1 – Einleitung
Einen ähnlich guten, zügiger zum eigentlichen Kern des Spiels kommenden, aber englischsprachigen Guide zu Minecraft, findet ihr hier: How To Play Minecraft For Newbies

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Elternwertung

Elternwertung: Ich vergebe für diese Videospiel-Klötzchen-Wundertüte vier schmackhafte Kekse. Mit Schokosplittern drin.

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