Kürzlich am Spielplatz hatte ich ein wirklich komisches Gespräch mit den anderen Müttern. Der kleine Tom kam nämlich direkt vom Arzt auf den Spielplatz. Er war noch ganz verheult und hat aufgeregt erzählt, wie der Doktor ihm den „Entenpopel“ aus der Nase geholt hat.

Auf Gekicher und ratlose Blicke der Anwesenden folgte die Erklärung von Toms Mama Tina. „Der Tom hat sich heute eine kleine Entenfigur aus einem Überraschungsei so tief in die Nase gesteckt, dass der Arzt Probleme hatte, sie zu entfernen. Der Entenschnabel hatte sich offensichtlich ordentlich mit der Nasenscheidewand verkeilt.“ Tom hatte versucht, das Ding weiter reinzuschieben, als sein Experiment schmerzhaft wurde.

Sowie der arme Knopf außer Hörweite war, entwickelte sich natürlich ein fröhliches Gespräch über Entenpopel. Weiß ein Leser, ob Enten überhaupt Popel haben? Kennt jemand eine Szene, in der Donald Duck sich den Schnabel mit einem Taschentuch putzt? Wie auch immer.

„Warum nur stecken Kinder sich so oft etwas in die Nase?“, fragten wir uns. Dieses Spiel ist doch wirklich blöde und tut doch sicher immer weh. Jede der anwesenden Mütter hatte ein tolles Beispiel für einen nasalen Notfall.

Erbsen: In das rechte Nasenloch der vierjährigen Lina passten sechs (!) Trockenerbsen, die sich durch intensives Schnäuzen von alleine lösen ließen.

Glasmurmeln: Eine kleine, grüne Glasmurmel fand ihren Platz in der sommersprossigen Nase von Ole (6), als er die wirklich hübschen Murmeln letztes Jahr zum Geburtstag bekommen hat. Leider fiel der Geburtstag auf einen Sonntag und endete in der Notaufnahme, weil der Kinderarzt natürlich geschlossen hatte.

Pommes oder Paprikastreifen: Nicht so gefährlich, aber nicht minder fies. Die Zwillinge meiner Bekannten Catharina spielen mit Pommes oder Paprika in der Nase grundsätzlich Walross. Fragen Sie jetzt bitte nicht, ob die Stoßzähne hinterher gegessen werden. Natürlich werden sie das.

Finger: Der Klassiker! Ich kenne persönlich kein Kind – oder sagen wir keinen Menschen –, der nicht ab und zu genüsslich in der Nase bohrt. Wir Großen, wenn wir unbeobachtet sind, und die Kinder halt ohne falsche Scham, wo sie gehen und stehen. Meine Tochter hat sich zu Weihnachten vorne in die Kirche gestellt, um das Krippenspiel besser zu sehen. Das Krippenspiel war wohl nicht so aufregend für sie und die gesamte Gemeinde konnte deshalb ihre Bohrvorhaben bewundern.

Wäscheklammern: Den Vogel abgeschossen und wirklich ein bisschen Schaden genommen hat Pia (7). Sie versenkte eine Wäscheklammer in ihrem Nasenloch und zog sich eine kleine Verletzung in der Nasenschleimhaut zu. Eine Stunde Geschrei und Nasenbluten später war die Klammer wieder draußen. Mutter Ruth war so klug, die Nase von außen stark zu kühlen. Dadurch schwollen die Nasenwände ab und sie musste nicht so unter Schmerzen leiden.

Klebstoff: Nein, es geht hier nicht um Klebstoff schnüffeln. Dafür sind unsere Kinder, Gott sei Dank, zu klein. Jule (3) hat einfach ausprobiert, ob der Klebestift in ihr Nasenloch passt, wenn sie ihn von unten gegen die Nase drückt und dabei dreht. Immerhin eine erstaunliche feinmotorische Leistung für so eine kleine Maus. Ihre Mutter hat das Testergebnis auch ziemlich schnell entdeckt und konnte dadurch noch alles entfernen.

Bananen: Jule mag einfach generell gerne an Sachen riechen und das geht in der Nase am besten; auch mit Bananen. Echt – probiert es mal aus … 😊

Bleistifte: Dieses Beispiel stammt nicht vom Spielplatz, aber ich habe gehört, unser Videospieleredakteur Daniel hat als Kind einschlägige Erfahrungen mit Bleistiften gemacht … Hier findet man Daniels letzten Artikel

Und jetzt seid ihr dran! Habt ihr auch lustige Nasen-Notfälle zu berichten? Ich freue mich auf Eure Kommentare, die Spielplatzrunde wartet gespannt darauf!