Janine Steeger (41) wuchs im idyllischen Bergischen Land auf und begann ihre Karriere beim kleinen Lokalsender Radio Berg. Nach einem Volontariat startete sie im Jahr 2000 als Reporterin für das RTL-Magazin “Explosiv” durch, wurde 2008 als Moderatorin das Gesicht der Boulevard-Sendung und so deutschlandweit bekannt. Im Jahr 2015 kündigte sie diesen Job aus eigenem Entschluss, um sich verstärkt der Familie und eigenen Wunsch-Projekten zu widmen. In einem Interview sagte sie dem SWR dazu: “Ich bin Bauchmensch, deshalb würde ich immer raten auf den Moment zu warten, in dem der Bauch sagt: Jetzt, spring genau jetzt. Ich habe selten so deutlich gespürt (wie bei der Kündigung, Anm. d. Red.), genau das Richtige getan zu haben.”

Heute ist Janine Steeger als freie Journalistin und Moderatorin unterwegs und startet im März, das Online-Magazin Futurewoman. Über das Projekt sagt sie: “Es geht darum Frauen zu zeigen, die mit ihrer Arbeit die Welt retten und die viele andere Menschen inspirieren wollen für einen Futurelifestyle.” Für Muttispielt blickt Janine Steeger noch einmal zurück und erinnert sie sich an die schönsten Dinge ihrer Kindheit. Vom Unkraut jäten mit Opa über Waldabenteuer mit Jägerhochsitz bis hin zu einem eigenen Zirkus, der jeden Sommer auf der Straße aufgebaut wurde.

Was haben Sie als Kind am liebsten gespielt, wenn Sie alleine zuhause waren?

Ich habe als Kind wahnsinnig gerne mein Zimmer aufgeräumt, umdekoriert und Möbel umgestellt. Das hatte ich wohl von meiner Mutter, die damals auch ständig das Haus umräumte. Ich habe auch viel gebastelt, mit Fimo und der Strickliesel, und die Ergebnisse anschließend zum Dekorieren verwendet. Meine Leidenschaft fürs Einrichten hat sich übrigens bis heute gehalten. Glücklicherweise mit einem deutlich besseren Geschmack und weniger Fimo-Accessoires.

Moderatorin Janine Steeger  beim Spielen mit Steckbausteinen, die damals “Nopper” hießen.

Was haben Sie als Kind am liebsten draußen mit anderen Kindern gespielt ?

Meine Kindheit war davon geprägt draußen zu sein. Ich habe irre viel mit meinem Opa unternommen. Wir haben gemeinsam gegärtnert und im Garten „Wandern“ gespielt. Als ich ein bisschen älter war, bin ich mit Freunden viel im Wald gewesen. Wir haben nach Abenteuern gesucht und auch mal tote Tiere begraben. Einmal im Jahr haben wir einen Sommerzirkus auf dem Wendeplatz unserer Straße organisiert. Jeder hat etwas vorgeführt und alle Eltern mussten auf der Straße sitzen, klatschen und Verpflegung mitbringen. Eine Detektivphase hatte ich auch mal, fällt mir gerade noch ein.

Janine stapft durch den Garten. Lieblingsaccessoire: die roten Gummistiefel.

Erinnern Sie sich an besonders beliebte Plätze oder Treffpunkte Ihrer Kindheit?

Während der vielen Zeit, die wir im Wald verbracht haben, war ein Jägerhochsitz unser Treffpunkt. Und mit einigen Nachbarjungen habe ich an einer ganz bestimmten Wand regelmäßig Fußball gespielt. Ach ja, und Zelten im Garten fand ich sehr cool. Das hat sich allerdings ein bisschen geändert: Heute finde ich Camping total furchtbar.

Was war Ihre Fantasie als Kind? Wollten Sie ein Superheld sein oder lieber ein Erwachsener mit einem tollen Job?

Mmh, ganz schwer zu beantworten. Ich hatte weder einen Berufstraum noch wollte ich ein Superheld sein. Aber nachdem ich das Musical “Starlight Express” gesehen hatte, wollte ich unbedingt mit dem Hauptdarsteller Rusty auf einer Bühne Rollschuhfahren . Und natürlich wollte ich mit 11 Jahren den Abschlusstanz aus Dirty Dancing tanzen. Mit Patrick Swayze, auf einer großen Bühne. Insgesamt war ich aber ein ziemlich schüchternes und eher ängstliches Kind. Mein Berufsweg auf Bühnen und vor Kameras war – das nehme ich an – die reinste Selbsttherapie.

Ein schüchternes Kind, aber im eigenen Kaufmannsladen der Chef.

Spielen Sie heute auch noch gerne? Und haben Sie schon mal etwas wiedergekauft, das Sie früher besaßen? An welchen Stücken aus Ihrer Kindheit hängt Ihr Herz besonders?

Ich mag nur ganz wenige Gesellschaftsspiele. Mit Spieleabenden kann man mich jagen. Schon immer. Wegen unseres Sohnes ringe ich mich aber ab und zu doch durch.
Vor einiger Zeit habe ich ihm “Kalaha” geschenkt, ein Brettspiel an das ich starke Erinnerungen habe. In einem Winterurlaub in Österreich habe ich das stundenlang mit einem Barkeeper gespielt. Es ist ein Strategiespiel für zwei Personen und macht mir immer noch sehr viel Spaß. Kartenspiele finde ich auch ganz okay. Ich muss aber gestehen, dass ich schlecht verlieren kann. Selbst gegen Kinder entwickle ich einen gewissen Ehrgeiz. Peinlich, aber ist so. Erinnerungen bewahre ich nur sehr gezielt auf, da ich regelmäßig aussortiere und sehr minimalistisch lebe. Eine Holzpuppe, die ich als Kind gebastelt habe, liegt in meiner Erinnerungskiste. Die fand ich auch deshalb so toll, weil meine Oma ihr Kleidchen genäht hat. Und ein Schachspiel schleppe ich seit Jahren mit mir rum, obwohl ich gar nicht mehr Schachspielen kann. Das liegt jetzt bei unserem Sohn im Regal.

Très chic: Die kleine Janine in ihrem allerersten Dirndl im Bergischen Land.