Pascal Schmidt

Heute im Interview Pascal Schmidt:

Es ist schwierig zu beschreiben, welche tragende Rolle Pascal über viele Jahre in der Welt der Videospiele in Deutschland gespielt hat und bis heute spielt, ohne Attribute wie „Dino oder Legende“ zu verwenden. Die würde er aber beide nicht besonders mögen. Da bin ich sicher. 😊 Pascal war unter anderem in den ersten Jahren bei Premiere und WEB.DE an Bord, hat dann viele Jahre als Marketingchef von Nintendo Deutschland gearbeitet und heute ist er bei Muttispielt im Interview. Wir freuen uns!

Was hast Du als Kind am liebsten gespielt, wenn Du alleine zuhause warst?

Kindheit ist ja ein dehnbarer Begriff. Irgendwie ist mir aus frühster Kindheit das Spielen draußen stärker in Erinnerung geblieben. Ich vermute deswegen, weil ich mehr draußen gespielt habe. Später kamen Lego, Playmobil und Fischertechnik dazu. Mit 10 erfanden wir unsere eigenen Spiele auf Papier, später mit Panzern und Soldaten (inkl. dem dazugehörigen Modellbau) und ich entdeckte die wunderbare Welt der Videospiele. Mit 11 Jahren stieg ich ins Thema Paper-Roleplaying Games ein (da bereitete man viel Zuhause alleine vor). Hab auch Geschichten geschrieben. Ich würde sagen, ab ca. 12 Jahren, war ich ein Nerd (auch wenn man das damals noch nicht so nannte). Ich habe auch viel gemalt und gelesen, wenn ich alleine war. Das habe ich nicht so sehr getrennt und ging oftmals auch ineinander über. Immer dann, wenn ich mich ins Spielen vertiefen, wenn eine Geschichte parallel in meinem Kopf starten konnte, dann war ich glücklich und lange bei der Sache.

Pascal Schmidt

Was hast Du als Kind am liebsten draußen mit anderen Kindern gespielt und warum?

Wir verbrachten viel Zeit draußen – mit Verstecken, Fangen, Gummitwist, Murmelspielen, Pinkern (mit Kronkorken an eine Wand werfen) und so weiter.  Draußen haben wir natürlich auch Fußball, Völkerball, Tischtennis (mit Küchenbrettern, wenn es keine Schläger gab) etc. gespielt. Eine Weile auch Baseball, Tennis (an eine Häuserwand) und Basketball. Wir haben öfters, meistens wenn es schon dunkel wurde, eine Mischung aus Fangen und Verstecken gespielt. In einem Waldstück oder einem verlassenem Gartengrundstück. Irgendwie hat das Kirschkernspucken von einem Baum auf die im Garten sitzenden Nachbarn auch dazu gehört. Wir bildeten Banden. Spielten Detektive (und beobachteten ahnungslose Nachbarn). Dachten uns wilde Geschichten aus. Im Winter fuhren wir Schlitten, bauten Schneemänner, Iglos, veranstalten Schneeballschlachten. Wir rannten aber auch mit Starwars-Figuren, Laserpistolen und Masken durch die Straßen und spielten die Filme nach. Das war Ende der Siebziger, Anfang der 80er eine ganz wichtige Sache.

Erinnerst Du Dich an besonders beliebte Geräte oder Treffpunkte Deiner Kindheit?

Da gab es unendliche viele Plätze. Je älter man wurde, umso größer wurde der Radius. Erst vor dem Haus, hinter dem Haus, bei einem Baum um die Ecke. Später bei alten Kirschbäumen, vor den Feldern. Auf einem Abenteuerspielplatz. Hinter einer alten Fabrik. In einem selten besuchten Stall nahe einer Schrebergartensiedlung. Wir hatten Baumhäuser und selbstgebaute Hütten. Manchmal war man ständig unterwegs, weil man sich nicht immer verabredete. Es gab ja noch kein Handy. Man klapperte also die üblichen Orte ab, bis man einen Freund fand, mit dem man spielen konnte. Manchmal überfiel man auch einfach seine Freunde und spielte dort. Weil sie ein Spielzimmer hatten oder auch eine Videospielkonsole. Es ging immer um das Erleben, das Miteinanderspielen und darum, die Langeweile zu bekämpfen. Später kamen Jugendheime hinzu. Dort spielten wir Brettspiele wie Risiko oder nutzten den Kicker, den Billiardtisch. Wir trafen uns an Baggerseen und in Schwimmbädern. An Rodelbergen, am Fluss und im Park.

Was war Deine geheime Fantasie als Kind? Wovon hast Du als Kind geträumt?

Ich wollte natürlich Superheld sein. Spiderman, Dare Devil und Batman waren meine Lieblingshelden. Ich träumte davon, wie es wäre, in der Welt von Star Wars zu leben. Immer wenn ich ein Buch las oder einen besonderen Film sah, schwang das noch eine Weile in meinem Kopf mit. Drei Fragezeichen, Perry Rhodan, Bilbo … Später träumte ich davon, Schriftsteller zu werden und relativ früh auch davon, Computerspiele zu machen.

Pascal Schmidt
Dieses Zitat stammt nicht von Pascal, sondern von Oli (5). Aber es passt so schön!

Welche Spiele spielst Du heute als Erwachsener gerne? Gibt es Spielzeuge, die Du aus Liebe und Nostalgie bis heute aufgehoben hast?

Für mich spiele ich natürlich noch gerne alle Art von Spielen, auch wenn ich nicht mehr viel Zeit dafür aufbringe. In der aktuellen Lebensphase sind Sportspiele auch eher selten. Mit meinem Sohn (er ist bald 5 Jahre alt) komme ich natürlich in den kompletten Retro-Genuß. Lego, Playmobil, Uno, Brettspiele, Fussball, Frisbee, Fangen, Verstecken … alles dabei. Ich habe keinerlei Spielsachen von früher behalten. Die sind alle an meine Nichten und Neffen gegangen bzw. wurden schon damals auf dem Flohmarkt verkauft. Bücher und Roleplaying-Stuff habe ich noch jede Menge. Mein Herz hängt eher an Büchern, als an einem besonderen Spielzeug.

Pascal, Du hast also einen Sohn. Wenn es möglich ist, würden wir gerne auch dazu ein paar Fragen stellen:

  1. Verrätst Du uns seinen Namen und sein Alter?

Nennen wir ihn Sohnemann. Er wird bald 5 Jahre

2. Was ist sein Lieblingsspielzeug?

Das ist schwierig zu sagen. Er liebt Lego (besonders Ninjago), Playmobil (Ritter, Piraten und Super4), er spielt mit Dinosauriern, aber auch mit Figuren von Schleich, Paw Patrol und Superwings. Brettspiele, Puzzeln, Kartenspiele liebt er und auf dem Handy darf er auch ab und zu ein Spiel spielen, wobei ich merke, dass ihn das noch überfordert (weil zu intensiv) und es auch (noch) ganz gut ohne Videospiele etc. geht.

Welches Spielzeug Deines Sohns haßt Du und warum?

Hassen ist ein großes Wort. Ich hab da eigentlich keine Sachen, die ich nicht mag, außer ich muss sie aufräumen ☺ … Ich versuche, ihm Schrott auszureden. D.h. Sachen, von denen ich weiß oder denke, dass sie leicht kaputt gehen oder bald wieder in der Ecke liegen.

Hast Du vielleicht eine lustige Anekdote rund ums Thema Spielzeug für uns?

Mal überlegen. Hm, ich finde es witzig, wenn Kinder Welten vermischen. D.h. die Paw Patroler leben dann im Nachbarort von Feuerwehrmann Sam oder aus den Ninjas von Ninjago und den Minions werden dann bei meinem Sohn die Minjas.

Du hast ja viele Jahre in der Videospieleindustrie gearbeitet. Wie ist Deine Meinung zu elektronischen Spielen für Kinder? Hat sich Deine Meinung dazu verändert seit Du selbst Vater bist?

Meine Meinung hat sich eigentlich nicht geändert. Ich war für Nintendo tätig. Eine Sache, die ich schnell verstanden habe, ist, dass man Kinder in ihren Erlebniswelten nicht alleine lassen soll. Wenn man sich auskennt, Bescheid weiß und damit beschäftigt, dann kann man viel besser beurteilen, was für ein Kind gut ist oder auch nicht.

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Ich bin da (als Kind der Videospielbranche) sicherlich offener als manch anderer Vater. Auf der anderen Seite drücke ich meinen Sohn da auch nicht rein. Da hat er noch genügend Zeit dafür und da kommt noch genug auf ihn und uns zu. Ich merke, dass Videospiele zur Zeit noch zu intensiv für ihn sind. Deshalb ist es die Ausnahme, dass er etwas spielt. Geschichten, Kreativität, mit den eigenen Händen etwas bauen, halte ich zur Zeit noch wichtiger, als möglichst früh Pro-Gamer zu werden.

Welches Videospiel oder welche App für Kinder findest Du besonders empfehlenswert?

Nintendo hat hervorragende Spiele für Kinder in unterschiedlichen Altersklassen. Man kann sie vor allem oft mit anderen Kindern und Erwachsenen spielen. Mario Kart, Super Mario, Nintendo Labo etc. Ich mag auch Hybrid-Ansätze – nicht nur weil ich für Anki tätig war, aber OVERDRIVE oder Cozmo sind tolle interaktive Spielmöglichkeiten. Cozmo bietet in Kombination mit einem Tablet viele Möglichkeiten zu spielen und nebenbei seine Fähigkeiten zu verbessern. Minecraft ist ein geniales Konzept und es gibt viele klassische Brett- und Kartenspiele, die für Smartphones umgesetzt wurden. Bei vielen Apps finde ich die integrierte Werbung sehr nervig. Selbst hochwertige Spiele für Kinder sind oftmals mit Werbung oder Kaufaufforderungen durchmengt. Spiele für kleine Kinder sollten werbefrei sein. Leider ist die Balance von „nicht zu einfach“ und „ohne Werbung“ schwer zu finden. Zur Zeit scanne ich den Markt nicht und kann leider nicht das ultimative App-Spiel empfehlen.

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Danke für das Interview, Pascal! Für Deinen Sohn bist Du bestimmt ein Superheld! 😊

Pascal Schmidt, Selbständiger Coach, Consultant und Interimsmanager. Vor 23 Jahren in die Welt der Computer- und Videospiele eingestiegen. Durfte bzw. darf für Firmen wie Premiere, WEB.DE, Nintendo, Travian Games, Anki und FEIN Produkte entwickeln und kommunizieren. Seine Hauptmotivation sind Menschen, Marken und Produkte und die Dinge, die man in Kombination daraus erschaffen und bewegen kann. https://www.linkedin.com/in/pascalschmidt1/

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