Florian Brich

Florian Brich ist Bundesgeschäftsführer beim Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V.Der Verband setzt sich für die Interessen und mehr gesellschaftliche Wertschätzung für Familien mit drei oder mehr Kindern ein. Zuvor war der Vater von vier Kindern über zwei Jahrzehnte als Spielejournalist, in der Entwicklung von Online-Computerspielen und dem Marketing für Mobilspiele tätig.

Florian Brich
Schon als kleiner Junge sehr rasant!

Was hast Du als Kind am liebsten gespielt, wenn Du alleine zuhause warst?

Playmobil kommt mir hier als erstes in den Sinn – ich erinnere mich noch gut an die Westernbuden, die sich von hinten aufklappen ließen und die für die damalige Zeit besonders wuchtigen Mittelalterhäuser. Begeistert war ich auch von ersten elektronischen Spielzeugen – das fernlenkbare Polizeifahrzeug mit Blaulicht (noch mit dicker Kabel- statt Funkverbindung), die Blechlokomotive, die bei Wandkontakt die Richtung änderte und der schwarze Roboter mit dem rotflimmernden Raketenschacht. Diese und andere Geräte durften so lange durch die Wohnung paradieren, bis die Geduld meiner Eltern erschöpft war. Das laut surrende Evil-Knievel-Motorrad schaffte dies innerhalb weniger Tage. Auch deshalb waren ich – und meine Eltern – sehr erfreut, als am Ausgang meiner Kindheitstage Nintendos Game&Watch (Popeye) und elektronische Taschenrechner mit Zahlenspielen für langanhaltend-leisere Beschäftigung sorgten. Außerdem habe ich in meiner Kindheit  gerne gebastelt – damals gab es zum Beispiel in den Mickey-Mouse-Heften noch  Bastelbögen aus Pappe. Schließlich habe ich die vielen Gesellschaftsspiele, die ich besaß, bereits auf Spielwert und –logik untersucht. Blender wie “Der weiße Hai”  oder “Fang die Maus” sortierte ich besonders rasch aus.

Florian Brich

Wenn ihr wissen wollt, wer “Evil Knievel” ist, bitte auf das Bild klicken

Ich habe mit meinen Eltern an einem Waldrand gewohnt. Mein Lieblingsspiel war das Aufstapeln von Ästen und Stöcken – vermutlich war dies auch ein Anzeichen für meine spätere Sammelleidenschaft. Mit Gleichaltrigen war ich natürlich auch häufig auf den örtlichen Spielplätzen und habe mich dort – bei jedem Wetter – im Sandkasten am wohlsten gefühlt.

Erinnerst Du Dich an besonders beliebte Geräte oder Treffpunkte Deiner Kindheit?

Besonders erinnere ich mich an ein Tunnelbauprojekt, das ich mit einem Schulfreund so lange verfolgte, bis wir die Wände abstützen mussten. Wir hatten auf einem unbebauten, mit hohen Büschen bewachsenen Grundstück begonnen, ein Loch zu graben und kehrten dann immer wieder dorthin zurück, um weiter zu buddeln. Mein Vater hat mir damals sogar einen Bauplan gezeichnet, bis Amerika sind wir  dann aber doch nicht gekommen. Wenn ich heute das riesige Loch in unserem Garten sehe, denke ich, dass meine Kinder die Freude am Tiefbau offenbar geerbt haben. Es ist abenteuerlich, was sie bereits alles zu Tage gefördert haben.

Was war Deine geheime Fantasie als Kind?

Ich wollte immer Müllmann werden. Das große Spezialfahrzeug und die orangefarbene Kleidung der Arbeiter haben mich begeistert. In Kindergarten und Schule wollte mir allerdings niemand diesen Wunsch abnehmen. Das mag auch daran gelegen haben, dass ich Otto Walkes und Jerry Lewis gekonnt imitierte und lange Vorträge über Themen hielt, die die anderen nicht verstanden haben. Das trug mir dann auch den Spitznamen „Der verrückte Professor“ ein.

Florian Brich

Das ist ein ungewöhnlicher, aber nachvollziehbarer geheimer Wunsch!

Welche Spiele spielt Florian Brich heute als Erwachsener gerne?

Ich spiele gerne mit meinen vier Kindern, gebe Ihnen Anregungen und lasse mich von Ihren Theatervorstellungen oder Videoproduktionen begeistern. Soweit es meine Zeit zulässt, spiele ich auch noch ältere Computer- und Videospiele, denen ich über Jahrzehnte hinweg ja auch beruflich verbunden gewesen bin. Allerdings lässt sich die Redakteursbrille dabei kaum absetzen, sprich: Ich analysiere die Spiele gleich immer mit, was die spielerische Ungezwungenheit etwas trübt. Umgekehrt sorgt dies aber auch für günstigen Genuss: Häufig reicht mir ein Trailer von einem neuen Spiel und ich erlebe es bereits in meinem Kopf.
In den zurückliegenden Jahrzehnten habe ich mir eine kleine Videospiele-Sammlung angelegt, die immer wieder zum Umsortieren und Zurückerinnern einlädt.
Wenn ich heute auf meine Fensterbank blicke, steht dort immer noch eines meiner Lieblings-„Spielzeuge“, das ich zu meinem zehnten Geburtstag geschenkt bekam. Ich erhielt damals eine Kakteenzucht mit Samen, Erdballen und einem kleinen Gewächshaus und hatte große Freude daran, die Pflanzen großzuziehen. Ein  Säulenkaktus aus dieser Zeit hat mich über mehrere Jahrzehnte und Umzüge hinweg bis zum heutigen Tag begleitet.

Florian Brich

Florian Brich braucht das Buch offensichtlich nicht. Wenn es für Euch interessant ist, klickt auf das Bild

Du hast ja Kinder, Florian – wenn es möglich ist, würden wir gerne auch dazu Fragen stellen:

Wie alt sind Deine Kinder?

Ich habe vier Kinder im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren.

Was sind die Lieblingsspielzeuge?

Meine Kinder spielen alle  gerne mit Lego und Playmobil oder toben mit Freunden durch ihre Zimmer oder die Natur. Gleichzeitig entwickelt jedes Kind aber auch seine eigenen Vorlieben. So hat die beiden älteren  mittlerweile das Lesefieber gepackt, während mein zweitjüngster, achtjähriger Sohn aktuell einen eigenen Blog betreibt, für den er beispielsweise Hörspiele aufnimmt.

Welches Spielzeug Deiner Kinder hast Du gehaßt und warum?

Wenn man viele Kinder hat, können batteriebetriebene Spielzeuge recht kostspielig und arbeitsintensiv werden. Richtig nervig sind allerdings Spielzeuge, die unvollständig, unverständlich oder nicht funktionsfähig sind. Da sind dann nicht nur die Kinder enttäuscht, sondern auch man selbst, weil man an die schlechten Spielerfahrungen in der eigenen Kindheit erinnert wird.
Schließlich fuchst mich im Zeitalter digitaler Spielzeuge besonders, wenn Hersteller ihre Produkte nicht hinreichend gegen Security-Hacks absichern.

Hast Du vielleicht eine lustige Anekdote rund ums Thema Spielzeug für uns?

Der Klassiker ist sicher, wenn das Spielzeug aus der eigenen Jugend bei den Kindern durchfällt. Das habe ich mit der SNES-Classic-Mini-Konsole erlebt. Die enthält herausragende Videospiel-Erlebnisse – allerdings im Grafikstil der 90er Jahre. Meine Kinder haben das System bereits nach wenigen Minuten mit Sätzen wie „Bei der verpixelten Grafik wird mir schlecht“ abgeurteilt.

Du hast ja viele Jahre in der Videospieleindustrie gearbeitet. Wie ist Deine Meinung zu elektronischen Spielen für Kinder?

Elektronisches Spielzeug gibt es mittlerweile in vielen Erscheinungsformen. Ich denke da auch an Bausätze wie bspw. Lego-Boost, mit denen sich spielerisch Grundlagen der Maschinensteuerung vermitteln lassen. Bezogen auf Video- und Computerspiele ist es meiner Meinung nach wichtig, dass Eltern die Spiele sehen, verstehen und idealerweise auch mitspielen. Zu meiner Zeit waren digitale Spiele noch eine – meist teure – Besonderheit. Heute sind sie Teil der breiten Spielkultur und auf allen Kanälen verfügbar. Mir ist es als Elternteil wichtig, auch die Wege zu kennen, über die meine Kinder auf Spiele aufmerksam werden. Also sehe ich mir ab und an auch die Youtube-Influencer an. Ich halte eine Begrenzung von Bildschirmzeit für sinnvoll und beziehe diese auf alle Formen der Mediennutzung (Youtube, WhatsApp, digitale Spiele). Sonst kann die Sogwirkung so groß werden, dass andere Aktivitäten darunter leiden. Und genauso wichtig ist es, die Kinder bei ihren Erfahrungsreisen durch virtuelle Welten auf  digitale Eigensicherung vorzubereiten. Damit kann man gar nicht früh genug anfangen.

Welches Videospiel oder welche App für Kinder findest Du besonders empfehlenswert?

Minecraft hat meinen Kindern gut gefallen und sie auch motiviert, sich mit kostenlosen Programmierplattformen (SCRATCH.MIT.EDU, CODE.ORG)´zu beschäftigen. Für Tablets gibt es diverse Bus-, Flug- und Fahrzeugsimulatoren, die ebenfalls Spaß machen. Bei den Konsolenspielen rate ich zu Titeln, die sich gemeinsam spielen lassen. Ob das nun FIFA, Let´s Dance, SingStar oder Mario Kart ist, spielt keine Rolle. Allerdings sollte man bei Mario Kart einen Serienteil wählen, der die Raserei bereits  in echtem 3D darstellt 😉

Florian Brich

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Danke für das schöne Interview, Florian Brich!

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