Heute habe ich die große Freude, Euch ein neues Teammitglied vorzustellen. Es wurde höchste Zeit, für eine Kategorie bei Muttispielt eine weitere Fachfrau an Bord zu holen. Es gibt nämlich einen wichtigen Bereich, in dem sich hier fast gar nichts tut: bei den Keksen. Dabei lieben wir Kekse so sehr. Ich glaube, bei so ziemlich jedem Spielenachmittag kommen bei uns ein paar Kekse auf den Tisch. Jetzt naht der Winter und die Spielenachmittage werden häufiger. Sie kommt quasi als Rettung in letzter Sekunde. TROMMELWIRBEL für Claudia Aust!

Liebe Claudia, als ich im Sommer bei euch zu Besuch war, habe ich ja schon deine Backkünste genießen dürfen. Ich glaube, meine Tochter und ich haben jeweils zwei Stücke deiner Torte verputzt. Ich gebe zu, ich war ein bisschen neidisch … weil backen ja nicht so mein Ding ist. Bist du eigentlich ein Backprofi? Also hast du, bevor du deine drei Kinder bekommen hast, etwas in dieser Richtung beruflich gemacht? Oder ist es ein Hobby?

Oh je, da werde ich ja ganz rot. Es freut mich aber natürlich, dass meine Torte und dein Besuch bei uns dir so super in Erinnerung geblieben sind. Beruflich habe ich mit Backen so gar nichts am Hut gehabt. Nach dem Abitur absolvierte ich eine Ausbildung zur Bürokauffrau in einer großen Spedition in Hamburg und bin auch dort geblieben. Schon innerhalb der Ausbildungszeit hatte ich riesigen Spaß in der Versicherungsabteilung (hört sich langweilig an, oder?) und wie es der Zufall wollte, konnte ich auch dort beginnen zu arbeiten. Noch mehr Zufälle und Ereignisse machten mich dann auch ziemlich schnell zur Leitung dieser Abteilung. Ich konnte schalten, walten und hatte noch mehr Spaß, die dicken Brummis versicherungstechnisch zu begleiten. Meinen heutigen Mann Martin kannte ich in all dieser Zeit schon. Irgendwann – mit 26 Jahren ­– beschlossen wir, dass wir ein Baby haben wollten. Was soll ich sagen: gesagt, getan, schwanger. Da sich Martin mittlerweile mit seinem Freund Michael schon selbstständig gemacht hatte und die beiden ihren Firmensitz in unsere Heimatstadt Schwerin gelegt hatten, stand ein – für mich – schwerer Entschluss an. Wir ziehen zurück. Ich gebe vorerst (!!!), auf jeden Fall nicht länger als ein Jahr (!!!), meinen Job auf und mache einen auf Mutti. Aus „einen auf Mutti machen“ wurde 2011 mit Julia „zum ersten Mal ein Mutti sein“. Mit Herz und Seele. 2013 ist unser Sohn Oliver und 2015 unsere zweite Tochter Jana zur Welt gekommen.

Großartiger Schnappschuss der artigen Kinderchen! 🙂

Aber ich schweife ab. Das Backen war schon immer ein Hobby von mir. Mit den Kindern kamen natürlich die Geburtstagspartys, Kuchenbasare und Spielegruppen. Da sieht man viel und probiert sich selbst immer wieder aus. Ich habe einfach Spaß dabei! Ein Keks geht immer. Es gibt auch so viele lustige und tolle Gadgets fürs Backen, dass es auch schon längst nicht mehr nur zu Weihnachten Spaß macht. Eine Tüte selbst gebackener Kekse als Mitbringsel macht sich immer gut. Ich freue mich, dass es eine Kekse-Kategorie bei Muttispielt gibt und werde berichten, was sich in meiner Keksküche alles so tut.

Ich hatte das Gefühl, dass du als Mama und Hausfrau (gibt es dafür eigentlich immer noch kein Wort, das nicht so blöd klingt?) deine absolute Erfüllung gefunden hast. Deine Kinder sind entzückend und aufgeweckt, euer Haus ist unfassbar sauber und gepflegt und du strahlst inmitten dieses Trubels eine Ruhe und Lebensfreude aus, die wirklich ansteckend ist. Stimmt mein Eindruck?

Also diese Frage möchte ich am liebsten mit einem klaren „NEIN“ beantworten. Hausfrau und die Erfüllung in Muttersein gefunden zu haben, hört sich wirklich einfach katastrophal an. Ich sehe vor meinem inneren Auge schon wieder ein Dutzend Frauen, die den Kopf schütteln und so was sagen wie: „Also DAS wäre mir ja zu langweilig!“ Ganz ehrlich? Das war niemals mein Plan. Manchmal entwickeln sich Dinge aber auch einfach wie sie sich entwickeln. Ich habe das große Glück, zu Hause bleiben zu können, weil mein Mann mich und die Brut allein versorgen kann. Sehr dankbar bin ich dafür. Meine Kinder mussten nicht als Baby in die Fremdbetreuung und habe die Zeit mit jedem einzelnen von ihnen sehr genossen.

Das ist doch toll? Ich kann Mütter und Väter, die hier den Kopf schütteln nicht verstehen. Es muss doch jeder sein Leben gestalten, wie er mag!

Jetzt sind die Kinder sieben, fünf und drei und vormittags in der Schule und in der Kita. Ich habe die Vormittage, um mal den Putzlappen zu schwingen. Das tue ich dann eben auch, bis mittags die Chaoten wieder eintreffen und die tägliche Verwüstung an Fahrt aufnimmt. Ich habe aber auch Zeit, mich sozial zu engagieren und tue dies sehr gern. Erfüllt mich dieses Leben? Ja. Momentan sind meine Kinder der Mittelpunkt meines Lebens. Ich liebe es, Mutti zu sein. Ob ich nun eine (gute) Hausfrau bin? Sagen wir mal so: Für kurze Zeit habe ich hin und wieder das Chaos im Griff. Ich sehe mich eben auch nicht als Hausfrau und Mutter, sondern bevorzuge Familienmanagerin. 😁

Wenn ich das richtig sehe, backst du freiwillig und auch sehr häufig für euch als Familie. Erstens und nicht ganz ernst gemeint: FREIWILLIG?!? Zweitens und wirklich ernst gemeint: Woher nimmst du die Ideen?

In meiner gesamten Familie wird gern und FREIWILLIG gebacken. Jeder meiner (jetzt wird es sexistisch) weiblichen Verwandten hat DEN/DIE eigenen Spezial-Kuchen/-Kekse oder eine Torte. Vielleicht wurde mir die Freude daran mit in die Wiege gelegt. Auch das Ausprobieren von neuen Sachen. Mein Rezeptbuch ist voll mit Einträgen von Kuchen, die wie Kollegen oder Omas heißen. Aber auch auf gängigen Online-Plattformen oder Zeitschriften wird man immer wieder fündig und probiert es einfach aus. Nach Rezept backen kann doch eigentlich (fast) jeder. Spannend für mich ist immer, wie und ob ich meine Kinder mit einspannen kann und ob die Ergebnisse auch tauglich sind für die wilde Bande. Hier und da verändere ich auch gern mal ein paar Zutaten und gucke, was dabei herauskommt. Wir veranstalten seit ein paar Jahren ein großes Keksebacken bei uns daheim. Dabei kommen so um die sechs bis acht Familien mit jeweils einem zu Hause vorbereiteten Teig und wir backen die Kekse hier fertig. Die Kinder helfen beim Ausstechen, Formen, Dekorieren und Essen. Das ist echt witzig und am Ende hat jeder bis zu acht verschiedene Sorten Plätzchen in der Dose. Das ist wirklich super und man lernt immer wieder neue Dinge kennen.

Geht auch mal etwas schief und würdest du das auch hier zugeben?

Auf jeden Fall. Von angebrannt über zerlaufen oder Zutaten vergessen ist schon alles schiefgegangen. Wenn etwas mal richtig in die Hose geht, werde ich davon natürlich auch schreiben. Ich möchte ja nicht nur Keksrezepte vorstellen, sondern berichten, wie das Ausprobieren gelaufen ist. Oft sehen die perfekten Zeitschriften-Kekse am Ende ganz schrecklich aus und man fragt sich, was schiefgelaufen ist. Wichtig ist doch eben auch, welche Kekse sich wirklich für das Backen und das anschließende Futtern mit Kindern eignen.

Wir freuen uns wahnsinnig darauf, hier regelmäßig neue Rezepte und Erfahrungsberichte zu lesen. Du bist jetzt unsere Frau Keks! Tataaa! Danke, dass du dabei bist!

Ich freue mich auch echt ‘n Keks. 😉