Bewegung ist Trumpf. Bewegung macht gesund, fit und rosige Wangen. Unser Problem: Das Kind will sich nicht bewegen und schon gar nicht raus. Das gemütliche Spielzimmer oder der Fernseher sind immer seine absoluten Favoriten. Laufen, Toben, Radfahren? Och nö, nicht jetzt.

Das ist bei Euch nicht so? Seid froh, heilfroh.

Bei uns wird darüber fast täglich diskutiert. Mutti und Papi gehen nämlich gerne an die frische Luft und hatten bestimmt nicht vor, einen Stubenhocker zu erziehen. Ein Resümee nach fünf Jahren zeigt: Es ist trotzdem passiert.

Das nehmen wir aber nicht einfach so hin. Wir versuchen, etwas zu ändern.

Folgende zehn Spielideen haben uns oder Bekannten dabei geholfen, die Brut an die Luft zu bekommen.

 

  1. Wir bringen Bewegung in die Motivation! Für einen Spaziergang packen wir reichlich Matchboxautos ein und fahren damit Rennen. Jede abschüssige Garageneinfahrt, jeder Fußweg mit Gefälle (zum Beispiel eine Unterführung) ist unsere Startrampe. Dann lassen wir die Autos gegeneinander fahren.
    Bewegungslevel: Naja. Kein Dauerlauf, aber erstmal suchen wir ja eine Piste und dann laufen wir immer wieder hoch und runter, um noch ein Rennen zu starten.

 

  1. Meine Freundin Tini hat auf Ebay mal eine große Kiste voller Aufkleber gekauft. Kleine Entchen, dicke Elefanten, rote Traktoren. Was man eben so braucht. Aus dieser Kiste wurde Tinis Frischluft-Zauber-Konvolut. Immer, wenn sie ihre Kinder mal so richtig durchlüften will, kann sie sie damit locken. Jedes Kind darf draußen fünf Aufkleber verpappen – wo es will und wo es noch einigermaßen toleriert wird (obwohl es ja eigentlich schrecklich verboten ist).
    Bewegungslevel: Super! Die Kinder sind immer in Bewegung. Und bevor es wieder nach Hause geht, kann man noch einmal schauen gehen, ob die Aufkleber von der letzten Tour noch da sind.

 

  1. Roller oder Fahrräder erleichtern Kindern längere Spazierwege. Sie sind damit schneller als die lahmen Alten und genießen das sehr. Manchmal, dann und wann, hoffentlich öfter funktioniert das bei uns auch.
    Bewegungslevel: Je nach Mitlauf-Kondition der Eltern: sehr gut.

 

  1. Wenn es in Strömen regnet, wird es schwer. Eine gute Bekannte geht bei Mistwetter mit ihrem Kleinen und seiner Gummiente spazieren. Klar, dass so eine Gummiente nur bei Regen spazieren gehen darf und auf jeder Pfütze schwimmt. Das macht Spaß, selbst beim blödesten Wetter.
    Bewegungslevel: Völlig okay. In-Pfützen-hüpfen bringt den Kreislauf in Schwung.

 

  1. Straßenkreide. Ein absolutes Must-have für Muttis von Stubenhockern. Das Kind darf rumschmieren. Es soll sogar rumschmieren. Auf dem Gehweg, auf Häuserwänden und Treppenstufen. Am besten mit einem Geschwisterkind oder einem Freund.
    Bewegungslevel: Top. Es kann Stunden dauern, bis alle Treppen zur U-Bahn bunt sind, und zwischendurch muss man wieder hochlaufen um zu sehen, ob noch alles da ist.

 

  1. Jetzt wo ich so darüber nachdenke, kommt mir in den Sinn, warum meine Mutter immer diese langen Gummibänder für uns gebastelt hat… Gummitwist! Die ganze Familie oder Freunde ziehen los, um mit einem simplen Gummiband stundenlang durch die Gegend zu hüpfen. Perfekt.
    Bewegungslevel: Fitnessstudio.

 

  1. Und dann gibt es da noch den Sommer und das Sandspielzeug. Ich weiß nicht, wie lange Kinder Freunde am Buddeln haben. Aber ein Eimer und eine Schaufel motivieren selbst unsere Fünfjährigen noch immer rauszugehen. Sie spielt zwar nicht mehr mit Förmchen, aber sie gräbt Löcher, baut Brücken und Feuerwehrstationen und bleibt so zumindest ein bisschen in Bewegung.
    Bewegungslevel: Geht so. Aber man kann unauffällig einen Umweg zum Spielplatz nehmen.

 

  1. Klassisches Bewegungsspielzeug sind neben Bällen und Skateboards Bumerang und Frisbee. Für kleine Kinder sind die harten Wurfspielzeuge zwar kaum zu beherrschen und nicht ungefährlich, letztens habe ich aber einen Frisbee aus ganz weichem Neopren gesehen. Den werde ich uns beim Auftauchen der ersten Schwalbe kaufen. Bewegungslevel: Leistungssport.

 

  1. Wurfspiele gibt es eine Menge und man kann sie sehr gut zur Beschleunigung der Mini-Mes einsetzen. Murmeln, Boccia, Ringe werfen. Wer kein Geld in diese Art von Bewegung investieren möchte, beschränkt sich aufs Dosenwerfen. Das scheppert auch immer so schön. Meine Kollegin Tanja zieht regelmäßig mit ihrem zehn Jahre alten Sohn los. Im Gepäck ein paar Tennisbälle und leere Konservendosen. Es gibt da eine kleine Mauer im Stadtpark, auf der stehen die Dosen top und die beiden haben jede Menge Spaß. Tagesziel: Dosen abballern und mit Kawumm zu Boden poltern lassen. Das könnte meinem Wildfang auch gefallen.
    Bewegungslevel: Naja. Immerhin muss man mit dem Rad zur Wurfstelle fahren oder laufen. Als aufregende Abwechslung an der frischen Lust ist es aber top.

 

  1. Ein Set fürs Riesenseifenblasenmachen besorgen. Das geht nur draußen, ist faszinierend und wunderschön. Die Kinder versauen sich zwar mit Sicherheit ihre Klamotten, aber das ist egal. Dann gehen wir eben mit der Regenjacke raus.  Wir lieben Seifenblasen. Man kann sie rauspusten, bewundern, jagen, platzen lassen. Einfach toll.
    Bewegungslevel: Ziemlich gut, wenn man sie auch jagt. Und wir haben einen festen Ort zum Seifenblasenmachen.  Dahin muss man schon eine halbe Stunde laufen. Bisher komme ich noch mit dem Argument durch, dass die Seifenblasen dort “besonders schön aufsteigen”.