Silke Quast im Interview

Von Berufswegen her hat Silke Quast so rein gar nichts mit Büchern zu tun. Trotzdem hat sie im letzten Jahr mit Fluffl & Sumsi: Zwei ungleiche Freunde ihr erstes eigenes Kinderbuch veröffentlicht. Welche Geschichte dahinter steckt und welche Rolle ihre Tochter Jana dabei gespielt hat erfahrt ihr unserem Interview mit der Autorin.

In den Augen einiger Erwachsener scheinen Bücher heutzutage mehr oder weniger überflüssig beziehungsweise nicht mehr zeitgemäß. Wissen gibt es im Internet und Lesen kann man notfalls auf einem eReader. Etwas anders sieht es zum Glück noch bei Kindern aus. Auch wenn die sogenannten neuen Medien immer mehr Einzug in die Kinderzimmer und die Erziehung halten, bleiben Bücher weiterhin beliebt wie eh und je.

Doch was bewegt einen erwachsenen Menschen dazu ein Kinderbuch zu schreiben? Noch dazu, wenn das so gar nichts mit dem eigentlichen Beruf zu tun hat.
Wir waren neugierig und haben uns mit Silke Quast zusammengesetzt um Antworten zu finden.

Im letzten Jahr hast du dein erstes Kinderbuch “Fluffl & Sumsi: Zwei ungleiche Freunde” veröffentlicht, wie kam es dazu?

Meine Tochter wollte, dass ich ihr abends noch eine Geschichte erzähle. Allerdings keine fertige, sondern eine nur für Sie, frei aus dem Kopf. In dem Moment flog eine Fledermaus durch unseren Garten und an ihrem Fenster vorbei. Davon inspiriert formte sich in meinem Kopf das Bild von einem kleinen Vogel, der in seinem Nest saß und einer Fledermaus, die kopfüber darunter hing. Daraus entstand dann schlussendlich die Geschichte von Fluffl und Sumsi.

Fluffl und Sumsi Zwei ungleiche Freunde
Fluffl & Sumsi sind ein ungleiches Paar, aber zusammen erleben Sie tolle Abenteuer. Zum Kaufen auf das Bild klicken

Hast du dich schon immer fürs Schreiben interessiert oder kam das erst mit den Zeit?

Ich habe mich bereits zu Schulzeiten fürs Schreiben interessiert. Allerdings hat das mit 14 noch nicht so wirklich geklappt. Erst viel später habe ich dann wieder angefangen an einem Roman zu schreiben. Allerdings für Erwachsene.

Welche Motivation hattest du ausgerechnet ein Kinderbuch zu schreiben und zu veröffentlichen?

Nachdem ich meiner Tochter die Geschichte erzählt hatte, wollte ich diese unbedingt festhalten. Als eine Illustratorin dann meine Figuren mit ihren Bildern zum Leben erweckte, war ich mir sicher, das Buch auch veröffentlichen zu wollen.

Die Schwalbe Sumsi
Die Schwalbe Sumsi

Mal angenommen ich hab eine Geschichte die ich toll finde und zu Papier bringe, kann ich die einfach überall einreichen und mich zurücklehnen?

Leider ist es nicht so einfach. Ich habe um die 30 verschiedene Verlage angeschrieben und mein Buch dort vorgestellt. Allerdings ohne Erfolg. Ungefragt Manuskripte werden in den meisten Fällen wohl sogar ungelesen abgelehnt. Es gibt nun mal sehr viele Menschen, die ein Buch veröffentlichen wollen. Einige Absagen wurden wenigsten begründet. Da war dann die Rede von “passt nicht ins Portfolio“ oder “gab es schon“ . Oder der Verlag fand die Geschichte gut, aber die Zeichnungen zu schlicht. Es hat also sehr viel Mühe gekostet, um den passenden Verlag zu finden.

Also steckt dahinter noch viel mehr Aufwand und Arbeit als nur die Geschichte zu schreiben?

Allerdings. Zu meinem jetzigen Verleger kam ich eher durch Zufall über einen ehemaligen Arbeitskollegen. Dabei handelt es sich um einen kleinen Verlag, der aber keine Scheu hatte auch einer neuen Autorin eine Chance zu geben. Wofür ich im Übrigen sehr dankbar bin. Wenn man genug Geld investiert, kann man natürlich auch in den kompletten Eigenverlag gehen. Ansonsten muss man sehr viel Arbeit und Geduld einberechnen, bis man als unbekannte Größe eine Chance erhält.

Was für ein Gefühl ist es, wenn man dann alle Hürden genommen hat, und das eigene Produkt tatsächlich überall gekauft werden kann?

Das Buch hat es 2018 gerade rechtzeitig zur Buchmesse in Leipzig geschafft. Dort war ich dann auch mit dem Verlag vor Ort. Sein eigenes Buch dann auf so einer großen Veranstaltung, als Teil von all den Neuerscheinungen zu sehen, war schon ein tolles Gefühl.

Die kleine Fledermaus Fluffl.
Die Fledermaus Fluffl.

In deinem Buch ist der grundlegende Tenor, dass man vieles trotz eventueller Unterschiede gemeinsam besser erreichen kann. Hast du das Gefühl, dieser Gedanke kommt heutzutage zu kurz?

Die moderne Welt ist recht schnelllebig geworden. Da bleibt meines Erachtens die Gemeinsamkeit stellenweise auf der Strecke. Dabei wäre es oftmals nur eine Kleinigkeit oder gar nur eine freundliche Geste, die einem Anderen weiter helfen würde.

Siehst du das Buch als reine Unterhaltung, oder möchtest du damit eben auch diesen Wert des Zusammenhalts an Kinder vermitteln?

Als die Geschichte entstand, ging es mir darum etwas zu erzählen, dass sowohl junge als auch ältere Leser anspricht. Je weiter das Projekt dann voranschritt, um so mehr wurde mir bewusst, dass darin eben auch eine Botschaft für Kinder enthalten sein sollte. Um dem Ganzen ein solides Fundament zu geben, recherchierte ich sogar die Flugrouten der Vögel. Schließlich ist es mir wichtig, dass die Kinder nicht nur gut unterhalten werden, sondern vielleicht auch etwas fürs Leben mitnehmen können. Gerade die Jüngeren orientieren sich ja gerne an Vorbildern aus ihren Büchern oder Serien. Deswegen war mir die Kernaussage, dass man trotz vorhandener Unterschiede zu einem gemeinsamen Ziel kommen kann, wenn man zusammenhält.

Werden wir in Zukunft noch etwas von Fluffl und Sumsi hören, oder war das ein einmaliger Ausflug in die Welt der Autoren?

Ausgelegt ist die Geschichte von Fluffl und Sumsi als Trilogie. Im Moment schreibe ich bereits am zweiten Band. Hier begeben sich die Beiden auf ein großes Abenteuer nach Afrika, bevor sie, wenn alles klappt, im dritten Teil dann wieder die Heimreise antreten. Neben dieser Kindergeschichte möchte ich auch einen Roman, der seit Jahren in meinem Kopf Gestalt annimmt, zu Papier bringen. Aber das hat noch Zeit.

Dann dürfen wir ja schon mal gespannt sein.
Vielen Dank für deine Zeit.