Seit einiger Zeit lese ich immer mal wieder etwas von “Puddingklecks”- vierfach Mama Julie. Ich bin so voller Respekt vor ihrem Pensum! Wie eine Mutter von vier Kindern es schafft, nebenbei auch noch richtig aktiv, mit Blog und Social Media Kanälen zu sein und wie es überhaupt ist vier Kinder zu haben, wollte ich gerne wissen. “Natürlich” hatte Julie auch für ein kleines Interview Zeit. Einfach der Hammer die Frau.

Wenn ihr wissen wollt was Julie so im Netz treibt,  schaut Euch ihren Instagramkanal  und und ihre Facebookseite an!

Letztens hat eine andere Mutter zu mir gesagt, dass man an meinen Geschichten total merkt, dass ich nur ein Kind habe. Mit einem Kind wäre man so wahnsinnig konzentriert auf kleinste Probleme. Ich fand das relativ unverschämt, da könnte ich als Einzelkind- Mama zurück schießen, dass bei uns wenigstens das Kind nicht so nebenher mit läuft, weil Keiner Zeit hat. Aber es ist natürlich etwas Wahres dran, man hat schon viel mehr Zeit, wenn man „nur“ ein Kind hat. Wie siehst Du das?

Hmm, ich finde, bei einem Kind achtet man eben mehr auf Kleinigkeiten. Aber man hat eben auch “nur” ein Kind, auf das der Fokus gerichtet ist. Ich glaube, mit jedem Kind mehr wird man entspannter, weil man das Ganze schon einmal durchlebt hat und sieht manche Dinge einfach lockerer. Außerdem ist das wirklich abhängig vom Typ, wie sehr man sich auch mit sogenannten Kleinigkeiten auseinandersetzen möchte und kann.

Du bist noch wirklich jung und hast schon vier Kinder. Für jemand wie mich ist das totaler Wahnsinn. Wusstest Du schon immer, dass Du viele Kinder willst?

Also eigentlich wollte ich ja immer keine – oder eben vier Kinder. Und mit dem passenden Mann habe ich nicht gezögert. Die Große kam, als ich frisch 22 war und es war für uns der perfekte Zeitpunkt. Die Prinzessin kam schnell hinterher, weil wir es “hinter uns bringen” wollten. Aber irgendwie fehlte da noch jemand und so machte sich bald der Zwerg auf den Weg. Und weil drei immer einer zuviel – oder eben zu wenig – ist, hofften wir darauf, dass uns bald noch jemand verstärken würde. Es ergab sich also aus der Situation heraus. Wäre es nicht der passende Mann gewesen, wäre ich heute vielleicht kinderlos und genauso glücklich wie jetzt.

Sind wirklich alles Wunschkinder?

Definitiv ja. 🙂

Was hast Du beruflich gemacht, bevor Du Mutter wurdest? Vermisst Du Deine Arbeit manchmal?

Ich war Studentin und wollte Lehrerin für die Mittelschule werden.  Das habe ich dann aber abgebrochen, nachdem ich kein Vorzeigebaby hatte und mir auch mehr und mehr klar wurde, dass ich darin auf Dauer nicht glücklich werden würde. Dann habe ich nebenbei beim SGD meinen Ernährungsberater gemacht, um etwas in der Tasche und einen Ausgleich zu den Kindern zu haben.
Mir fehlt manchmal der Ausgleich zu meinen Kindern. Dass man auch materiell durch Bezahlung anerkennt, was ich leiste.

Hast Du manchmal Angst, das eines Deiner Kinder zu kurz kommt?

Man kann nie allen Kindern gleich gerecht werden. Mal hat der eine einen größeren Bedarf an Nähe und Aufmerksamkeit, mal der andere. Wichtig ist, dass man sich immer wieder bewusst Zeit für jedes einzelne Kind nimmt. Zum Glück können meine Kinder ganz klar kommunizieren, wenn ihnen etwas fehlt und wir können dadurch als Eltern leichter darauf eingehen.

Gibt es Eifersucht zwischen Deinen Kindern? Wie löst Du das?

Ich glaube, es wäre eher seltsam, wenn immer alles Friede Freude Eierkuchen wäre oder? Hier gibt es schon immer wieder Punkte, bei denen die Kinder eifersüchtig reagieren. Ob das die Freiheit der Großen ist, länger draußen zu bleiben oder wer gerade den größeren Blumenstrauß bei mir abgegeben hat. Um materielle Dinge geht es dabei aber eher selten, sondern wirklich um Alltagsdinge, wie Fernsehzeiten oder die Länge der Badewannenzeit.
Meist erkläre ich ganz klar, dass viele Dinge vom Alter abhängen und sie im passenden Alter eben die gleichen Rechte, aber auch die gleichen lästigen Pflichten, wie ihre größeren Geschwister haben. Oft bin ich dann die gemeine und ungerechte Mama – und nehme das in Kauf, damit das größte Kind sich nicht veräppelt fühlt, weil es so lange auf bestimmte Dinge warten musste und man es den kleineren einfach so ermöglicht. Das fand ich nämlich als Kind verdammt doof.

Hat man wirklich alle Kinder gleich lieb? Oder gibt es einzelne Eigenschaften die man einfach bevorzugt?

Ich liebe jedes Kind anders. Und auch jedes Kind ist anders. Dabei bevorzuge ich eigentlich keine Eigenschaften, sondern merke einfach, dass unterschiedliche Bedürfnisse eben unterschiedliche Aktionen meinerseits fordern. Und manchmal bin ich mehr genervt vom einen Kind und manchmal sieht die Welt ganz anders aus. Aber das ist das eben als Mama, man liebt seine Kinder bedingungslos, mit allen Ecken und Kanten.

Du bist ja sehr aktiv auf Deinem Blog und den diversen Kanälen dazu, die Du so versorgst. Wie zum Geier schaffst Du das?

Es gibt Kika. Nein, Spaß beiseite. Ich habe einen verdammt tollen Mann, der mir abends den Rücken frei hält. Ohne ihn wäre ich oft aufgeschmissen. Und vieles ist wirklich einfach Organisation. Ich stehe mindestens 30 Minuten vor meinen Kindern auf und arbeite da schon die Social Media Kanäle ab und mittags habe ich ein Zeitfenster von etwa 30 Minuten, wenn der Frosch schläft und die Mädels noch nicht von der Schule da sind. Blogeinträge entstehen entweder übers Handy, wenn wir abends gemeinsam auf dem Sofa kuscheln, oder am PC, wenn der Herzmann daheim ist. Und ich arbeite oft vor.

Warum blogst Du? Möchtest Du mit dem Blog Geld verdienen oder brauchst Du nur einfach die Abwechslung?

Ursprünglich war ich mal in diversen Elternforen ziemlich aktiv. Weil Frauen aber ziemlich biestige Geschöpfe sein können und mich dann doch ziemlich belastet hat, suchte ich ein Ventil, um meinen ganzen Seelenmüll abzuladen.
Mittlerweile blogge ich zum einen, weil ich so nach und nach meine Selbstständigkeit aufbauen möchte und zum anderen, weil ich finde, dass Großfamilien noch immer in einem negativen Licht dargestellt werden. Wenn ich da allein an die Klischees denke, die das Nachmittagsprogramm bedient, wird mir übel. Dem möchte ich ein wenig entgegen wirken.

Interessant, was Du zu Elternforen sagst. Das ist wirklich ein Tummelplatz für einige ganz seltsame Geschöpfe. Eine Frage zum Abschluss. Es tummeln sich ja eine Menge Mütter im Netz, in Foren, auf Facebook Seiten etc. Die diskutieren sich stundenlang die Köpf heiß. Wenn Du sie alle dazu bringen könntest, Dir zuzuhören…. WAS wäre Deine Botschaft an sie?

Puh, ähm … Solange ihr mit Liebe und Respekt erzieht, solange ihr euch selbst nicht aus den Augen verliert und hinter euren Handlungen zu 100 % stehen könnt, macht ihr alles richtig. Ihr müsst nicht mit allem konform gehen, ihr dürft gegen den Strom schwimmen, aber ihr müsst in den Spiegel blicken können, ohne euch zu schämen.

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